KUBA

INTERVIEW “EINE ZEITREISE DURCH HAVANNA”

Havanna mit seinen Oldtimern ist wohl, neben Salsa, Rum und Zigarren die erste Assoziation wenn man an Kuba denkt. Darüber hinaus waren meine Erwartungen ausnahmsweise relativ bescheiden. Die Idee war sich in der Stadt einfach treiben zu lassen, ohne einen besonderen Plan. Und weil ich plötzlich aus dem Nichts eine gefeierte Bloggerin geworden bin, teile ich mit euch einen kleinen Auszug aus einem Interview, das ich neulich für ein renommiertes Reisemagazin gegeben habe.  😉

Unsere Leser können sich in der Mai Ausgabe über ein Havanna Special freuen. Sie sind gerade aus Kuba zurückgekommen und haben einige Tage in dessen Hauptstadt verbracht. Wie würden Sie Ihre ersten Eindrücke von Havanna beschreiben?

Laut und nostalgisch würde ich sagen. In Alt-Havanna (Habana Vieja) durchaus auch prunkvoll, in Habana Centro mitunter auch sehr arm und heruntergekommen. Empfindliche Näschen würden sich an mancher Ecke schwer tun. In jedem Fall beeindruckend, egal wo man hinsieht und mit einem ganz besonderen Charme ausgestattet, der, bedingt durch die Geschichte des Landes, nicht vergleichbar ist.

Haben Sie privat oder in einem der Hotels übernachtet?

Ich habe privat übernachtet und das würde ich auch jedem empfehlen. Jedes zweite Haus in Havanna ist mit einem blauen Anker-Zeichen versehen, das für die sogenannten “Casa Particulares” steht. Das sind die für Kuba typischen Privatunterkünfte. Diese gibt es bis auf die Cayos, also die vorgelagerten Inseln, in jedem Ort und meist sind es solide, saubere Zimmer, die zu einem günstigen Preis bezogen werden können. Einige “Casas” kann man beispielsweise über airbnb vorab buchen, das würde ich aber schon fast als unnötig bezeichnen. Auf Kuba ist sich Treiben lassen problemlos möglich und es reicht einen Flug zu buchen und eine grobe Vorstellung von den Orten zu haben, die man sehen möchte!

Was muss man aus Ihrer Sicht in Havanna gemacht haben?

Einfach loslaufen. Sich treiben lassen und alle Eindrücke inhalieren. Habana Vieja ist die Attraktion schlecht hin, es gibt aber noch viele andere Stadtteile, in die man reinschauen sollte. Beispielsweise Vedado oder das Villenviertel Miramar. Man sollte am Malecon entlang spazieren und im Hotel Ambos Mundos auf der Dachterrasse einen Pina Colada trinken – von hier aus hat man einen tollen Rundumblick auf die Dächer der Stadt. Ein Kaffee oder weiterer Cocktail auf der Plaza Vieja und Plaza de la Catedral ist ein Muss. Hier wird viel musiziert und man kriegt eine echte Ladung Kuba-Feeling. Ich bin immer ein Freund von viel Laufen auf Städtetrips – so entdeckt man die Stadt am besten. Oder man kauft sich für 10 CUC (umgerechnet 10 Dollar) ein Ticket für den Hop on Hop off – Bus.

Sie sind nicht in einem dieser tollen Oldtimer gefahren?

Da kommt man auf Kuba ohnehin nicht drum rum, denn viele ganz normale Taxis sind Oldtimer. Diese sind aber nicht unbedingt schick und schön gepflegt. Es stand auch auf meiner Liste, eine Stadttour in einem der schicken Cabriolets zu machen, aber man muss ja nicht jedes Touri-Programm mitmachen. 50 CUC möchten die Anbieter hier für eine Stunde. 2 Stunden kann man für 80 CUC haben. Viel Verhandlungsspielraum ist auf Kuba nirgends. Hier hat mir ansehen und fotografieren durchaus gereicht.

Kulinarik ist auf Ihren Reisen ein wichtiges Thema. Wie gut haben Sie in Havanna gegessen und getrunken?

Nun, das ist auf Kuba so eine Sache. Als “Foodheaven” kann man dieses Land nicht unbedingt bezeichnen. Wer mit dieser Erwartungshaltung nach Kuba geht, wird schwer enttäuscht. Aber wen wundert’s? Dem Land ist der Zugang zu vielen Zutaten, die für westliche Länder Normalität sind, erschwert. Gewürze sind beispielsweise sehr knapp. Der Kubaner ernährt sich größtenteils von Huhn, Schwein oder Fisch. Dazu werden Bohnen und Reis serviert. Hummer ist auf Kuba nichts besonderes, ich habe ihn in allen Varianten gegessen, aber leider selten gut. Die Cubanos tendieren dazu, alles sehr durch zu braten. Das meist unspektakuläre Essen werten dafür aber die spektakulären Getränke auf! Ob Cocktails oder frische Säfte, die Jugos – damit punktet das Land wie kein anderes! In Havanna haben wir ganz nett und gut im Van Van gegessen (inkl. Live-Musik!) oder im 304 O’Reilly.

Welche besonderen Tipps würden Sie Havanna-Urlaubern mit auf den Weg geben?

Nie mehr als 4 CUC für einen Cocktail bezahlen, immer genügend Bargeld dabei haben – Kartenzahlung ist selten möglich, kein Eis beim angeblich besten Eisladen Havannas essen (der Laden heißt Coppelia und steht in vielen Reiseführern), Ropa Vieja (kubanisches Nationalgericht) probieren, sich niemals in ein Restaurant oder ähnliches schleifen lassen (es kann nur teuer werden), eine gute Kamera und bequemes Schuhwerk mitnehmen und allem aus dem Weg gehen, das staatlich ist!

 

Soooo – ich hoffe, ihr konntet dem Interview was abgewinnen. Bin gespannt zu welchem Reiseziel ich als nächstes meinen Senf beigeben darf! 😀

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