FLORIDA

AUF KUSCHELKURS MIT ALLIGATOREN IN DEN EVERGLADES

Das wichtigste, das ihr euch merken müsst, wenn ihr die Everglades wieder lebend verlassen möchtet:

  1. nicht ins Wasser hüpfen um etwa mal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, mit einem Alligator zu schwimmen
  2. die guten Tiere nicht füttern, es sind verdammt nochmal keine Tauben

Wenn ihr euch fest an diese beiden Regeln haltet, wird euch nichts passieren. Allen Angriffe, die sich in Florida jemals ereignet haben, ging so ein menschliches Fehlverhalten voraus. Gesunder Hausverstand würde es eigentlich auch ohne Einweisung eines Rangers tun. Trotzdem ließen wir uns von einer dezent aggressiven Rangerin in die Welt dieser Reptilien einweisen. Die Vorträge finden kostenfrei und regelmäßig im Nationalpark statt. Aber easy. Erstmal sag ich euch, was ihr in den Everglades nicht verpassen dürft.

Wandern im Nationalpark

20 USD kostet der Eintritt in den Nationalpark, den man am besten mit dem Auto erreicht. Und keiner ist wohl so wahnsinnig, ohne Auto durch Florida zu reisen! Würde nur halb so viel Spaß machen. Und die Dinger kosten in den USA ja echt nix. Ihr könnt hier im südlichen Teil (Flamingo) oder im nördlichen Teil (Shark Valley und Everglades City) abhängen. Oder natürlich beides. Im Nationalpark kann man auch verschiedene Touren buchen, das halte ich aber für nicht notwendig. Nach einer Bootstour ist man quasi schon Experte und kann fast nicht mehr dazu lernen, zumal die Touren im Park eher gemütlicher Natur sind.

Deshalb macht es einfach auf eigene Faust und geht einen der vielen Trails. Beispielsweise den Anhinga Trail. Dieser ist eigentlich ein Muss. Man startet an einem See, der voll mit verschiedenen Fischen ist, am Ufer kann man viele Vögel beobachten. Im Verlauf des Rundganges, bei dem man auf Holzstegen über die Sumpflandschaft geht, sieht man einen Haufen Alligatoren – ob im Wasser oder am Ufer. Und das ist dann schon was Besonderes, denn die Tierchen liegen zum Teil 2-3 Meter neben dem nicht  aufwendig gesicherten Weg. Dann bitte an die beiden oben beschriebenen Regeln denken.

Eine Tour durch die Mangroven

Entweder mit einem normalen Boot oder mit einem sogenannten Airboot. Das ist ne komische Mischung zwischen Boot und Flugzeug und bietet einem die Möglichkeit, über Mangroven zu „schweben“ quasi. Einziger Nachteil: die Teile sind extrem laut. Wir haben uns für ein normales Boot entschieden, aber das nächste Mal würde ich so ein Airboot vorziehen, weil man hier einfach mehr Möglichkeiten hat. Achtung: darauf achten, dass das Boot max. 6 Personen beherbergen kann. Es gibt einige Anbieter, die über 20 Personen mitnehmen und das ist dann kein Spaß mehr.  So eine Fahrt kostet um die 40 USD und dauert etwa eine Stunde. Alligatoren bekommt  man hier aus nächster Nähe zu sehen und das flasht einen ganz schön! Mit ein bisschen Glück aber auch Waschbären, Mantaees, viele verschiedene Vögel und mit sehr viel Glück Delphine. Die Guides kennen das Gebiet meist alle sehr gut und vermitteln einem wertvolles Wissen.

Privat übernachten und mal richtig Ami sein

Wir hatten in den Everglades ein ganz tolles airbnb Apartment – das lege ich wirklich jedem ans Herz. Es befand sich in der Gegend von Everglades City und war herrlich amerikanisch. Die Gegend war super ruhig und man muss sich nicht wundern, wenn plötzlich ein Panther die Straße runterspaziert. Wir befinden uns schließlich in unmittelbarer Nähe des Panther Wildlife Refuges. Wobei man viel Glück haben muss, um die Tiere zu Gesicht zu bekommen. Wir hatten keins. Aber auch ohne Panther sind wir voll eingetaucht in die amerikanische (Vorstadt)kultur und haben uns hier sehr wohl gefühlt. In den Everglades ist es auch üblich, auf Booten zu wohnen. Stelle ich mir  spannend vor!

Mit dem Auto nach Naples

Weil ihr in den USA seid, habt ihr selbstverständlich ein Auto gemietet! Und das ist gut, denn in dieser Gegend gibt es viel zu erkunden. Erstmal die gesamte Gegend rund um den Nationalpark. Man muss nicht mal eine Tour buchen, um Alligatoren zu sehen. Wir sind einfach rumgefahren und standen zum Beispiel plötzlich vor einer Alligatoren Farm. Ganz umsonst durften wir dann mit Babyalligatoren kuscheln und lernen, dass ein ca. 50 cm großes Tier schon 2 Jahre ist. Crazy. Oder dass die wenigsten ihre ersten Tage überleben, weil sie von den anderen Tieren im Sumpf aufgefressen werden. Miep.

Wenn ihr ein paar Meilen gen Norden fährt, landet ihr plötzlich in einer ganz anderen Welt. In Naples gibt es wenige Ranger, dafür viele reiche Säcke. Man darf das Kind ja mal beim Namen nennen. Die meisten sind +50 und müssen ein richtig fettes Konto haben, so wie die Häuser hier aussehen. Jeder Grashalm wird schier mit einer Nagelschere bearbeitet, natürlich nicht von einem selber. Später erfahren wir, dass Naples zu den reichsten Städten der USA gehört und hier quasi jeder zweite Millionär ist. Okaaaay. Für mich war es absolute Premiere, so eine typisch amerikanische Villengegend aus zu checken. Je näher der Abend heranrückte, desto mehr underdressed fühlten wir uns. Das Ganze erreichte seinen Höhepunkt als wir in unseren Strandoutfits in einen Dekoladen spazierten – wohl wundernd, warum die alle nen Glas Sekt äh Champagner in den Händen hielten – um ganz charmant von einer der aufgespritzten Damen (nix gegen aufgespritzt!), daran erinnert zu werden, dass es sich hier um eine geschlossene Gesellschaft handle und wir doch gerne morgen wiederkommen  könnten. Ups. Passiert…  Ähnliche Vorkommnisse sollten euch aber nicht davon abhalten, auch mal so eine Luft zu schnuppern, sauteuer aber sehr schön essen zu gehen und auf dem wirklich wirklich tollen Strand zu chillen. Dieser hat mich nachhaltig begeistert und alleine schon für einen Strandtag, lohnt sich der Abstecher nach Naples! Und auf dem Rückweg bitte einmal unbedingt im geilsten Organic Market stehenbleiben. Oh mein Gott. Ich versuche zwar immer konsumfreier zu Leben, aber im FOOD & THOUGHT hätte ich am liebsten alles in den Einkaufskorb gepackt.

Alligator essen

Nein, natürlich nicht einen ganzen, ganz ruhig. Und keine Panik, das ist in Florida ganz normal. Ich fand es schon etwas befremdlich, probiere sowas aber lieber vor Ort als in irgendeinem exotischen Restaurant bei uns, wo das Fleisch erst mal anreisen muss. Wir haben hierfür einen Stopp im Gator Grill (36650 SW 192nd Ave, Homestead, FL 33034-6006) eingelegt. Zum nach Hähnchen schmeckenden Fleisch wurden Sweet Potatoe Fries serviert, die selten so gut geschmeckt haben. Und der Laden ist so ein richtiger Ami Imbiss. Geil!

Egal was ihr macht, die Gegend rund um die Everglades ist einmalig und wird euch mindestens genauso faszinieren wie mich!

   

   

   

   

1 Kommentar

  1. Trotz charmanter Rangerin ist mir der Unterschied zwischen Krokodil und Alligator schon wieder vollkommen entfallen. Sehenswert ist auch das liebevoll eingerichtete Museum am Anlegesteg. Hier wird eindrücklich gezeigt, wieviel Aufwand betrieben werden muss, um dieses einmalige UNESCO-Welterbe zu schützen.

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