BOSNIEN

MOSTAR. DAS JUWEL HERZEGOWINAS

Mostar. “Mostari” nannte man die Brückenwächter, die im 16. Jahrhundert das Wahrzeichen der Stadt schützten, das heute Sinnbild für Baukunst und Zerstörung gleichermaßen ist. So gab die Brücke der Stadt ihren Namen. Die alte Brücke von Mostar also… Sie ist der Hauptgrund für den Touristenstrom in der Region Herzegowina. Bosnien und Herzegowina. Das kleinste Land, das ich kenne, das mit zwei Klimazonen angeben kann. Während sich das Klima in Bosnien kaum von dem in Zentraleuropa unterscheidet, ändert sich das schlagartig, sobald man den Tunnel “Ivan” verlassen hat. Dieser steht symbolisch für den Übergang von Bosnien zu Herzegowina und somit vom kontinentalen zum mediterranen Klima und somit einem ganz anderen Landschaftsbild. Quasi von Kirschbaum zum Weinberg. Jeder unserer nationalen Weine stammt aus dieser Region. Mostar liegt im Südwesten Bosniens, nur eine knappe Autostunde von der kroatischen Küste entfernt und eignet sich daher super als ein Must-Stopp auf dem Weg von Kroatien nach Bosnien oder umgekehrt. Die Stadt ist aber auch allemal selbst eine Reise Wert. Lest selbst warum.
 

Schmuckes Städtchen

In Mostar kann man richtig schön einen auf “Go with the flow” machen und die Stadt perfekt zu Fuß erkunden, ohne das einem ansatzweise langweilig würde. Hier ein Essen auf den Klippen in einer wirklich atemberaubenden Kulisse, dort ein bosnischer Kaffee (oder Obstler?) in einer der kleinen Gässchen. An jeder Ecke bekommt man hier die volle Ladung bosnischer Lebensweise.

     


 

Stari Most – die alte Brücke

Alleine um mal auf dieser Brücke gestanden zu haben, lohnt sich eine Fahrt nach Mostar. Der Stari Most hat einen festen Platz im Herzen eines jeden Bosniers. Und wir alle haben geweint, als sie 1993, von Bomben verwundet, in den Fluss Neretva sank. Die Stadt hatte ihr Wahrzeichen verloren und die Menschheit ein einmaliges architektonisches Erbe aus dem 16. Jahrhundert. 450 Jahre verband die elegante Brücke den bosniakischen (Bosniaken = muslimische Bosnier) Ostteil mit dem stärker kroatisch geprägten Westteil der Stadt. Warum genau diese Kroaten im November 1993 auf die sinnfreie Idee kamen, ihrer Stadt das Schönste zu nehmen, muss niemand verstehen. Umso stolzer war das Herz aller normalen Menschen, als sie sich 2004 wieder, originalgetreu nachgebaut, über der Neretva erhob. Ne fette Party war das! Zurecht! Und seit dem wird wieder fleißig aus 24 Metern Höhe in die kalte Neretva gesprungen.


 

Weinberge und mediterranes Flair

Wenn man in Sarajevo im Sommer bei 30 Grad schwitzt, tut man dies in Mostar bei 38. Und wenn in Mostar schon die ersten Obstverkäufer mit den ersten Früchten prahlen, kann man darauf in Sarajevo noch einen Monat warten. Weinberge, Olivenbäume und ganz tolles Obst findet man hier. Unvergessen und unverändert, die kindliche Freude über die ersten Kirschen, auf dem Weg zum Meer. Doch nicht unbedingt muss es die Adria sein, die einem Abkühlung verschafft. Das kann man auch wunderbar vor Ort machen. Und zwar zum Beispiel in der
 

Neretva.

Welcher ist denn nun der schönste Fluss des Landes? Das Battle liefern sich vor allem die Neretva und die Drina. Je nachdem aus welchem Eck des Landes man kommt, wird man für seinen Fluss stimmen. Ich liebe beide! Und ihr werdet mir zustimmen, selten einen Fluss dieser Farbe gesehen zu haben. In Kombination mit dem Stari Most, eine wirklich einmalige Kulisse.

Hier wird im Sommer geplantscht, soweit es das eigene Kälteempfinden zulässt, denn wärmer als 10 Grad wird das Wasser selten. Besser plantschen lässt es sich in der
 

Bunica.

Das findet allerdings so ziemlich jeder zweite Stadtbewohner, demnach wird es hier an heißen Tagen ganz schön voll. Dennoch gilt dieser Ort als der schönste Badeort rund um Mostar und ein Nebenfluss der
 

Buna,

die wiederum ein Nebenfluss der Neretva ist. Ganz schön viele Flüsse, so. Die Buna entspringt spektakulär aus einer 200 Meter tiefen Felsenhöhle heraus, am Rande des Ortes Blagaj, unweit von Mostar. Ein absolutes Muss ist es, hier in einem der umliegenden Restaurants zu Mittag oder zu Abend zu essen. Direkt neben der Quelle findet ihr ein Kloster, das ein Sultanseit im 16 Jahrhundertfür einen Derwisch-Orden erbauen ließ – die sogenannte Tekija. Hier kann man vom Quellwasser probieren und dieses tolle Bild, das sich einem dort bietet, sowie all die anderen Eindrücke aus Mostar erstmal in aller Ruhe verarbeiten.

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.