MEXIKO

HÖHLENFORSCHUNG. DIE CENOTES VON YUCATÁN

Ceno-was? Cenooooooteeees!

Fangen wir ganz vorne an. Eine Cenote ist im Prinzip nicht mehr und nicht weniger als ein mit Süßwasser gefülltes Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist. Die Dinger begegnen einem auf Yucatan in allen möglichen Formen: kleine Höhle, große Höhle, viel Licht, gänzlich dunkel, Halb-Halb. Der Begriff Cenote stammt von den Maya auf Yucatán. Und hier gibt es über 1000 davon.

Die unterirdischen Wasserläufe reichen teilweise bis zum Grundwasser und es ist echt abgefahren, was da so in der einen oder anderen Cenote untenrum abgeht. Die Gesamtlänge der erforschten Unterwasserhöhlensysteme in Quintana Roo beträgt über 1000 km. Die Cenotes spielten in der Ära der Maya eine nicht unwichtige Rolle. A. haben sie den Begriff erfunden und b. bedeuteten die Cenotes für die Maya eine Verbindung zur Unterwelt und sie nutzen sie oft als religiöse Opferstätten. Darüber hinaus spricht sich rum, die Höhlensysteme waren der Grund für die Entwicklung der Maya im nordwestlichen Teil Yucatáns. Sie nutzen die Cenotes nämlich als Brunnen aka sicherten sich dadurch ihre Wasserversorgung, und das ist ein nicht ganz unwichtiges Kriterium, wenn man als Hochkultur bestehen möchte.

Man kann seinen Mexiko Urlaub damit verbringen, von Höhle zu Höhle zu wandern und einen auf hardcore Höhlenmensch zu machen, aber 2, 3 tun es auch! Hier meine Top 3:

Cenote Chaak Tun

Nur 20 Min Auto- oder Busfahrt von Playa entfernt, mache ich hier meine erste Cenote Erfahrung. Ich weiß nur, dass wir irgendwie tauchen müssen und es sich um eine geführte Tour handelt (Angebot von Maikes Sprachschule). Gesagt, getan. Kaum sind wir da, geht es auch schon in die Umkleiden und wir kommen als kleine Neopren Pinguine wieder raus. Vollmontour: Neoprenanzug, Schnorchelausrüstung, Schuhe, Taschenlampe. Rückblickend betrachtet ist es die spannendste, die wir Höhlenforscher untersuchten. In den anderen kann man schöner baden und chillen aber die Chaak Tun Cenote ist fucking spooky und deshalb fucking exciting. Der tolle Guide hat zudem erstklassige Arbeit geleistet und die abgefahrene Umgebung mit abgefahrenen Informationen und Aktionen untermalt. An machten wir alle unsere Taschenlampen aus. Man sieht genau NICHTS. Nicht mal mehr die Fledermäuse. Dass man sich mit Wasser bis zum Hals in einer spooky Höhle befindet, lässt den Adrenalinspiegel ganz schön ansteigen. Die Stories von Dutzend verschwundenen Tauchern machen es nicht besser. Hier gibt es nämlich einen kilometerlangen Unterwasserkanal den man betauchen kann um in irgendeiner anderen Cenote wieder zu Luft zu gelangen. What? Wir schwimmen und tauchen und beobachten und schmieren unsere Gesichter mit dem Sand vom Boden ein, der aus einem hypergesunden Konglomerat von Magnesium und anderen Mineralien besteht und fahren nach 2,5 Stunden Cenote Chaak Tun happy und fasziniert wieder zurück nach Playa, nachhaltig mit der Frage beschäftigt, wer bitte schön im dunkelsten Dunkel in irgendwelchen Unterwasserkanälen herum taucht und wie groß dessen Eier sein müssen?! Diese Tour hat ca. umgerechnet 20 € gekostet. Leider habe ich kein Bildmaterial zu dieser Höhle, da die nette Amerikanerin, die sonst Dokumentationen über beschnittene Männer dreht, uns nie die versprochenen Bilder zugeschickt hat. Und mit dem Handy ist hier nicht viel zu holen, da diese Cenote keine halbe, sondern eine ganze Höhle ist. Trotz der Schönheit der anderen Cenotes, war die Chaak Tun Cenote mein absolutes cenotiges Cenotenhighlight!

Cenote Azul

Einige Tage später fahren wir zur Cenote Azul. Diese liegt irgendwo zwischen Playa und Akumal. Könnt ihr googeln. Wir fahren auch hier aus Playa nicht länger als 25 Minuten. Die Cenote Azul ist der perfekte Gegensatz zur Chaak Tun. Gänzlich offen, keine Tropfsteinhöhle. Die Taucher, die hier zu sehen sind, haben eher schlechte Chancen, verloren zu gehen. Was man hier perfekt tun kann: Klippenspringen! Das Wasser ist eine echte Erfrischung hier! Wir haben eigentlich jedes Mal Glück und sehr wenig Menschen wollen das gleiche zur gleichen Zeit. 🙂 Diese Cenote hat, meine ich, 50 Pesos Eintritt gekostet. Haben sich voll gelohnt!

Ecopark Kantun Chi

Das ist die letzte Cenote in der wir abhängen. Nein, es sind gleich 5! Und das ist dann natürlich nicht mehr ganz so günstig. Unser Ticket kostet ca. 30 €. Für einen ganzen Tag vollkommen angemessen, weil man in diesem wunderschönen Park problemlos einen ganzen Tag loswerden kann, wenn man nur 2,5 Stunden vor Ladenschluss da ist, dann ist der Preis durchaus happig. Wir tun es trotzdem! Es ist alles wirklich perfekt organisiert. Am Eingang bekommt man Schwimmwesten und einen Plan. Klar kann man auch hier eine geführte Tour buchen, aber für fortgeschrittene Höhlenforscher ist dies nicht notwendig. Die Anlage ist relativ weitläufig, hat ein Restaurant, das auch einen tollen Anschein gemacht hat. Leider keine Zeit zum Essen. Wir nehmen den kleinen kostenlosen Pferdezug zur letzt gelegenen Cenote und arbeiten uns dann nach vorne. Ganz unterschiedliche Formen und Formationen, man kann sich ganz unbürokratisch ein Kanu packen und herumpaddeln so lang man möchte. Wenn man so spät da ist, hat es eben wieder den Vorteil, dass fast kein Schwein mehr da ist. Yeah! Hier gibt es halb geschlossene Höhlen und ganz offene und man kann sich richtig schön austoben. Oder ein Nickerchen in einer der Hängematten machen und sich an dieser weiteren unglaublichen Naturschönheit erfreuen!

  

  

  

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