MEXIKO

LIEBES TAGEBUCH | LILA ALLEIN AUF DER ISLA MUJERES

In vielen Reiseblogs scheiden sich hier die Geister. Welche ist denn nun die schönste Insel rund um Yucatan? Die einen finden ganz klar Holbox. Die anderen schwärmen von der Isla Mujeres. Und ich sage: je nachdem, auf was man abfährt, die eine oder die andere. Ich mach es euch ganz einfach: sucht ihr einen der schönsten Strände den ihr je gesehen habt, dann werdet ihr die Isla Mujeres lieben. Sucht ihr ein verschlafenes Hippie-Hipster-Inselchen das durch seinen naturbelassenen Charme besticht, dann werdet ihr wohl eher über Auswandern auf Holbox nachdenken. Und wenn ihr genügend Zeit für beide Fleckchen habt, dann dürft ihr weder das eine noch das andere verpassen!

Mir persönlich hat es auf Holbox sehr gut gefallen und ich möchte keine Sekunde, die ich hier verbringen durfte, missen. Aber die Isla Mujeres hat einfach einen der schönsten Strände ever und das ist nun mal schwer zu toppen. Und was mich am meisten erstaunt hat: sie ist nicht überlaufen. Durch die Nähe zu Cancun (nur 15 Min mit der Fähre) hätte man allen Grund, dies zu befürchten, aber es war überhaupt nicht der Fall! Ich komme an, hole mir einen Stadtplan und laufe einfach mal Richtung Playa Norte. Und erreiche nach ca. 10 Minuten Fußweg das Paradies höchstpersönlich. Alter Schwede. Bei dem Anblick erblindet man fast. Ja, ich hatte davor schon den ein oder anderen Traumstrand gesehen (der weltschönste Strand für mich befindet sich auf den Similan Islands, Thailand), aber die Playa Norte ist für mich definitiv der schönste Strand Yucatáns. Ich platziere mein Handtuch unter einer Palme, setz mich drauf und bewege mich erstmal nicht vom Fleck.

Ein überfüllter Strand sieht wirklich anders aus! Nach einer guten Weile breche ich mäßig motiviert auf, um die Insel weiter zu erkunden. Und sie überrascht mich wieder. Nur ein paar Meter weiter finde ich ein ganz anderes Bild vor: eine felsige, wildere Küste und noch weniger Menschen! Wie geil ist bitte schön das denn? Und was genau ist dieses schwarze Kugel da?

Hier bleibe ich bis ich Hunger bekomme und mache mich dann langsam auf, ein vorab von mir ausgewähltes Restaurant zu suchen, und zwar das “Bastos Grill”. Auf dem Weg dahin, schlendere ich durch die kleinen Gassen und das Leben ist einfach nur gut zu mir. Von meinem Alltag in München habe ich mich zu diesem Zeitpunkt schon längst verabschiedet. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr was ich im “echten” Leben mache. Das Problem, nicht abschalten zu können, gehörte nie zu meinen. Mit Musik in den Ohren treffe ich auf Gleichgesinnte und darf Fische fernab des Wassers bewundern.

Langsam wird der Hunger zunehmend größer und ich irre wie bekloppt in der Gegend rum, ohne jeglichen Plan, wie ich das Restaurant erreichen soll. Ich erkundige mich bei einer Schwarm Einheimischer und setze mich ins nächste Taxi. So mini ist die Insel dann nämlich doch nicht. Das nächste Mal würde ich einen Roller oder ein Golf Cart mieten. Ein paar Minuten später erreichen wir das “Bastos Grill” wo ich super freundlich empfangen werde und wirklich lecker zu Mittag esse, fernab der Tourimeile, mitten im Wohnviertel, wo man eigentlich kein Restaurant erwartet. Aber genau so liebe ich das. Als ich nach der Rechnung frage fällt es mir auf: ich habe nicht genügend Pesos und mit Karte zahlen ist hier nicht. Ups. Kein ATM in Sicht. Was soll ein Restaurantbesitzer dann auch anderes tun, als einen auf seinen Roller zu schnallen und mit einem über die halbe Insel zur Bank zu fahren. Ist doch überhaupt kein Problem. Man hat durchaus Grund, Mexikaner zu lieben. Ich tilge dankbar meine Schulden, verbrenne mich noch richtig schön beim Absteigen am Auspuff winke dem Traumstrand zum Abschied.

     

     

     

     

1 Kommentar

  1. Pingback: Best of Yucatan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.