GUATEMALA

AUF DEN SPUREN DER MAYA IN FLORES & TIKAL

Unser letzter Stopp in Guatemala galt Flores. Dort wollten wir etwas tun, was wir die 2 Wochen davor auch getan haben: das Leben genießen. Und natürlich einen Ausflug nach Tikal machen, um auf den Überbleibseln der Maya zu tanzen. In ca. 9 Stunden erreichen wir die Stadt mit dem Bus von Semuc Champey. Flores ist die Hauptstadt von Petén, dem nördlichsten und flächenmäßig größten Gebiet des Landes, im südwestlichen Teil des Petén-Itzá-Sees. Das Besondere an Flores: Die Stadt ist eigentlich eine kleine Insel, die nur mit einer schmalen kleinen Straße mit dem Festland verbunden ist. Dutzende kleine bunte Häuschen und verwinkelte Gässchen laden zum Schlendern ein. Auch hier findet man, wie in fast ganz Guatemala (und wie von mir Null erwartet), viele tolle Cafés und Restaurants. Einen der besten Burger meines Lebens hatte ich, auch wieder völlig unerwartet, im Restaurant “La Villa del Chef”. Der Laden gehört einem Deutsch-Gutemaltekischen Ehepaar, das wirklich jedes Gericht frisch zubereitet. Wenn es sehr voll ist, muss man etwas Geduld mitbringen, aber es lohnt sich! Außerdem hat man eine tolle Sicht auf den See. Terrazo Ristorante & Bar ist auch sehr schön gelegen und wunderbar tropisch angehaucht.

Als wir dort waren gab es auch ein Straßenfest mit ganz vielen Ständen, die alles mögliche anboten. Da kann man sich auf eine Bank setzen, schlemmen und das Treiben beobachten.

Mini Paradies San Miguel

Wer ganz toll im See baden möchte, der nimmt ein Bötchen nach San Miguel. Die Überfahrt dauert ca. 15 Minuten. In San Miguel hat man das Gefühl, man hätte das ganze Fleckchen Erde für sich allein. Man kann hier wunderbar schwimmen, vom Steg springen und nen Haufen Selfies schießen, ohne dass man peinlich auffällt. Der Sonnenuntergang während der Rückfahrt nach Flores war einzigartig und der Trip kostet nur ein paar Q. Bei so einem See habe nicht mal ich mehr Meeressehnsucht.

     


 

Tikal aka “Place of Sound”

Die beste Zeit, um sich die riesengroße Anlage zu besichtigen ist früh morgens. Wir wurden um ca. 3 von unserem Tourguide abgeholt, um zu dieser speziellen Uhrzeit durch Tikal zu wandern und rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf Tempel 4 zu sitzen. Dieser Tempel ist mit 64 Metern der Höchste. Trotzdem wir kaum geschlafen hatten und uns die 9 stündige Busfahrt noch sehr in den Arschknochen stand, hatte ich bei dem Plan keinerlei Probleme, nach dem ersten Weckerklingeln aufzustehen. Wenn das Abenteuer ruft, steh ich stramm. Von Flores sind es ca. 50 Minuten bis zum Nationalpark. Es ist noch gänzlich dunkel als wir aus dem Minibus aussteigen. Und ich hab so Bock. Mit Taschenlampen geht es durch den Dschungel und tief in mir drin scheisse ich mich dezent ein. Wenn es hier nicht realistisch ist, von einer Giftschlange angegriffen zu werden, dann weiß ich auch nicht. Je länger ich mich aber auf diesem Ort aufhalte, desto mehr werde ich eins mit der Natur und sogar mein Schlangen-Ekel löst sich in Luft auf. Er wird nämlich übertüncht von der Panik, plötzlich von einem Brüllaffen getötet zu werden, die Geräusche von sich geben, die man aus dem Fernsehen nur von ausgehungerten Raubtieren kennt. Aber genau das gehört für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer dazu: ein bisschen Adrenalin im Blut. Leider hört man die Brüllaffen nur, blicken lassen sie sich nicht. Und es wird wohl für immer ungeklärt bleiben, ob es wirklich Brüllaffen waren, oder eine abgespielte CD, die aus einer sehr guten Dschungelanlage dröhnte ;).

Im Gegensatz zu den scheuen Brüllaffen, geben kleine Miniäffchen am Laufenden Band mit ihren akrobatischen Fähigkeiten an. Sie greifen sich von Ast zu Ast, trinken Wasser aus den Bäumen und bringen einen dazu, sich Zuhause als erstes einen Affen aus dem Tierheim zu holen. Awww. Ansonsten sieht und hört man unterschiedlichste Vögel – alles in allem ein einzigartiges Orchester, so ein echter Dschungel. Jetzt ist uns klar, warum Tikal übersetzt „Place of Sound“ heißt.

Der Marsch zu Tempel 4 dauert ca. eine Stunde und man kann sich noch nicht mal ausmalen, vor welchen Prachtbauten man gleich stehen wird. Wir klettern auf Holztreppen hoch auf den Tempel und werden weiter angehalten, uns leise zu verhalten, um genau dieses Dschungelerwachen in reinster Variante zu erleben. Die Tiere sind früh morgens am aktivsten, deshalb lohnt sich das frühe Aufstehen! Leider war es an diesem Tag in aller Frühe noch etwas neblig und wolkig, weshalb ich an der Stelle leider nicht mit farbenprächtigen Sunrise-Pics angeben kann, aber so viel hatte der Himmel immerhin zu bieten:

Nach Sonnenaufgang erkunden wir den Urwald auf eigene Faust um uns später wieder mit dem Guide auf dem Grand Plaza zu treffen. Neben ihm treffen wir auch diese Vogelspinne, mit der ich zunächst kuschle, um ihr anschließend ein Bein zu brechen. Das tapsige Ding ist mir einfach vom Handrücken gerutscht und aus einem der Dutzend Beine kam eine weiße Flüssigkeit, die unserem Blut gleichzustellen ist. Ich fühle mich grottig. Genau das hat die Spinne an diesem Tag gebraucht: nen Scheisstouri, der ihr die Beine bricht. Alle stehen im Kreis und bangen um die Gesundheit des haarigen Etwas. Jaaaa, es läuft wieder. Der Guide versichert uns, sie wird wieder auf die Beine kommen. Ich beschließe mich künftig mehr im Hintergrund zu halten.

     

     

Wir erkunden Tempel I (Tempel des Großen Jaguars, 45 Meter hoch), Tempel II (Klettern wegen Todesgefahr verboten), die Central Acropolis und die North Acropolis, schießen Dutzende Fotos und fühlen uns wie Kinder. Geil!

Langsam wird es richtig heiss und wir sind ohne Frühstück seit 6 Stunden auf den Beinen. Am Rande des Nationalparks gönnen wir uns einen Kaffee und einen kleinen Snack ehe es nach Wunsch, entweder um 11:00, 12:00 oder 13:00 Uhr mit dem Bus wieder zum Hotel geht.

Fazit: Unvergessliches, mystisches Erlebnis. Unbedingt die früheste Tour buchen. Und unbedingt mit Guide, da man sehr viel über die Kultur der Maya sowie Tier- und Pflanzenwelt erfährt und gezeigt bekommt. Die Tour hat pro Nase 250 Q gekostet. Bestinvestierte Kohle und ohne in Tikal gewesen zu sein, war man quasi nicht in Guatemala 😉

3 Kommentare

    1. Hallo Kati,

      puh, wenn ich das noch wüsste. Ich kann mal meine Freundin fragen, ob die sich erinnern kann. Aber die weiß in der Regel nicht, was gestern war, von daher stehen die Chancen eher schlecht. Aber ich kann dir sagen, dass die meisten Anbieter die Sunrise Tour machen – von daher wird das ganz easy.
      Viel Spaß schon mal und genießt es!

      LG
      Lila

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