GUATEMALA

EINMAL EBEN QUER DURCH GANZ GUATEMALA

Ende 2015 schuf ich einen Plan. Ich nehme mir einen Monat unbezahlten Urlaub und 4 Wochen Urlaub und haue somit für 8 Wochen ab! Geplante Reisezeit: März/April 2016. Gesagt, getan. 5. März ging der Flieger zu unserem Starting Point: Guatemala. Das einzige To Do, das wir hatten: Ende März in Playa del Carmen sein, wo Maikes (meine BFF, vegane Klimaretterin mit leichtem Outlander-Knall) zweiwöchiger Spanischkurs stattfinden sollte.  Wir wollten ein bisschen Abwechslung und nahmen eben nicht den einfachen Weg Gua-Mex, sondern machten auch einen Abstecher nach Belize, um von dort aus mit dem Wassertaxi Chetumal in Mexico zu erreichen.

Wer sich mit Guatemala beschäftigt hat, kennt die Must Dos. Lago Atitlán, Semuc Champey, Antigua… Ja, diese Flecken sollte man schon gesehen haben, aber da geht noch einiges mehr, deshalb wird dieser Beitrag euer “Ich- hol-das-Beste-aus-Guatemala-raus-Guide”. Natürlich angelehnt an unseren Trip, aber eben wieder mit Erfahrungswerten und sinnvollen Tipps angereichert. Hinterher ist man ja schließlich immer schlauer. Es geht eben nicht um Liebe, oder so.

Unser Trip kurz und knackig (knapp 2 Wochen):

Klingt very touristy, zugegebenermaßen, aber ganz ehrlich: a.) gibt es eben einen triftigen Grund, warum viele Menschen irgendwo hin pilgern und b.) geht es auf meinen Reisen nicht darum, alle Sehenswürdigkeiten zu umgehen, weil da alle hin pilgern, sondern vielmehr um das Drumherum.

Aber fangen wir mal an. 

Guatemala City

…ist quasi nicht der Rede Wert. Und auch wenn ihr super viel Zeit habt, könnt ihr diese in bessere Orte investieren, daher ist es eigentlich scheissegal wie viel Zeit ihr habt, don’t do it.  

Antigua Guatemala

Knapp eine Stunde mit dem Taxi von Guatemala City, wären wir auch schon an einem Ort, an dem ihr ruhig länger bleiben dürft. Wir blieben 3 Nächte, auf 2 Wochen eingeplanter Zeit für Guatemala. Wer keinen Stress hat, weil er sich im Rahmen einer 3 jährigen Weltreise auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens befindet, wird hier ohnehin länger bleiben. Antigua Guatemala ist das kulturelle Zentrum des Landes. Die Stadt war von 1543 bis 1773 die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Mittelamerika und gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe. Und das kommt natürlich nicht von ungefähr. Zahlreiche halbzerstörte Barockkirchen, putzige farbenfrohe Häuschen, Kunst überall und ein ganz besonderes Flair machen die Stadt nicht umsonst zu einer der touristischen Hauptattraktionen Guatemalas. Am besten seid ihr während der Karwoche – der Semana Santa – in der Stadt. Diese beginnt Palmsonntag und endet Ostersonntag. Wir wussten nichts davon und waren es rein zufällig. Unfassbar, was hier für ein Aufwand betrieben wird und welche Stimmung hier an diesen heiligen Tagen herrscht. Alle Bewohner arbeiten gemeinsam an der Entstehung dieses Events: riesige, aus Blüten gemalte Bilder quasi im Straßenboden, ein reichhaltiges kulinarisches Angebot mit unzähligen Ständen und überall Menschen und Musik. Wenn ihr euch fragt wieso die alle violett angezogen sind und ihre Aufzüge dezent dem Klu Klux Klan ähneln, so sind das einfach nur die Hermanos, die an der Prozession teilnehmen. Weil Antigua so geil ist, verdient die Stadt natürlich einen separaten Post, den ihr genau hier findet. In dieser Stadt kann einem wirklich nicht langweilig werden. 

Besteigung des Acantenango Vulkans

Noch schöner als die Stadt selbst sind nur die umliegenden Vulkane. Hier kann man unterschiedliche Touren buchen, mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Da wir, manchmal uns selbst überschätzend, eher der Fraktion “wenn schon, denn schon” angehören, entschieden wir uns für den Acatenango. Leichter tut man sich beispielsweise mit dem Pacaya, aber ist ja langweilig. Die Vulkan Besteigung war das härteste, das ich bis dato körperlich gepackt habe. Und die Aussicht die atemberaubendste. Hier könnt ihr mehr darüber lesen. 

Monterrico an der Pazifikküste

Ich wollte unbedingt mal einen schwarzen Lava-Strand sehen. Den gibt es hier. Monterrico liegt im Südosten Guatemalas und auf der Suche nach einer Busverbindung wird einem schnell klar: es gibt kaum welche. Es gibt von Antigua einen Shuttleservice, dies gestaltete sich aber als zeitlich so unflexibel, dass wir uns auch für ein Taxi entschieden. Die Pazifikküste Guatemalas ist touristisch so gut wie nicht erschlossen. Es ist alles noch sehr ursprünglich –  Mangrovenwälder und abendliches Schildkrötenrennen. Monterrico ist der perfekte Ort um die Welt um sich herum zu vergessen und ein paar Tage einfach nur abzuhängen. Nach so einem hardcore Vulkantrip war es für uns genau das richtige. “Mit einer Kokosnuss in der Hand auf den Pazifik starren” ist das beste und fast einzige, was ihr in diesem verschlafenen Dörfchen machen könnt. Baden ist hier nämlich nur was für ganz mutige. Die Wellen sehen auf den ersten Blick harmlos aus, wenn man dem Pazifik allerdings näher kommt, entscheidet man sich relativ schnell, lieber nur den Anblick zu genießen. Die Dinger hämmern nämlich mit einer ganz schönen Wucht runter! Waldfetischisten und Forscher kommen in Montericco aber auf jeden Fall auf ihre Kosten. Kilometerlange Mangrovenwälder laden zur näheren Begutachtung ein. Und das Schönste in Monterrico und schon mal per se ein Grund, hier hin zu kommen: die Sonnenuntergänge. Jeden Abend erstrahlt der Himmel in den schönsten Rot- und orangetönen und lässt einen sprachlos zurück.

Zum Thema “Wo verbleiben … when in Monterrico?” lautet die Antwort: bitte nicht @ Johnny’s Place. Diese Unterkunft wird in nahezu jedem Reiseführer genannt, warum es uns natürlich auch dorthin verschlug. Aber nach 2 Nächten bei Johnny kann ich guten Gewissens behaupten, dass es die schlimmste Unterkunft meines Lebens war. Man muss dazu sagen, wir waren inmitten von Renovierungsarbeiten da. Es war alles voller Bauschutt, die Palmen wurden geschnitten, im Pool baden war nicht, da voller Blatter und Dreck. Und als Sahnehäubchen kam dann auch noch der Kammerjäger und man musste das komplette Areal für ein paar Stunden verlassen. Also nichts mit in der Hängematte chillen. In dieser Preiskategorie empfehle ich das Hotel El Delfin. Wir wurden hier sogar zum W-Lan Schnorren super freundlich empfangen und die Anlage machte trotz Einfachheit einen sauberen und zuckersüßen Eindruck. 

Lago Atitlán

Wir sind kein gutes Beispiel für sparsame Reisende. Nachdem wir lang genug in Monterrico gechillt haben, sollte es zum Lago Atitlán gehen. Blöd, dass dieser nur 4 Stunden Fahrt entfernt liegt und die Busverbindungen alle so kacke sind. Was macht man in so einem Fall? Natürlich, man nimmt ein Taxi. Knapp 120 Euro hat uns das gekostet. Durch drei ist das schon annehmbar in Anbetracht der Entfernung. Pro Person quasi ein Ride zum Münchner Flughafen. Eine lustige Anekdote: als unser Fahrer uns abholen kam, mit dem wir uns natürlich kaum verständigen konnten, war auch eine weibliche Person mittleren Alters dabei. Wir waren uns sicher, es  handle sich um eine Nachbarin oder Verwandte, die ein Stückchen mitgenommen werden möchte. Dass es die Mutter war, die sich den kompletten Weg hinten mit rein quetschte um sicher zu gehen, dass Sohnemann auch nichts zustößt, hätte wirklich niemand ahnen können! 🙂 Wie wir unsere 3 Tage an diesem See verbrachten, könnt ihr hier lesen. 

Semuc Champey

Bis zuletzt waren wir uns uneinig ob sich der 13-stündige Trip von Antigua bis hinein in den Dschungel wirklich lohnt. Seht hier was wir bloß verpasst hätten! Also ja nicht auf diejenigen hören, die schreiben, es würde sich nicht lohnen! Miese Lügner, diese Leute! Von Semuc Champey geht es dann schon 2 Tage später in den Norden nach Flores. 

Flores & Tikal

In 3 Tagen zwei Mal über 10 Stunden Bus fahren ist nicht ohne, aber eben genau das was Reisen von Urlaub machen unterscheidet. Nach knapp 10 Stunden erreichen wir Flores und können nun getrost behaupten, nicht halb sondern ganz Guatemala gesehen zu haben! Und wer kann das schon!? In Flores wollten wir unsere letzten Tage in Guatemala ausklingen lassen, bevor es nach Belize geht (was wir in Belize so gemacht haben könnt ihr hier nachlesen). Natürlich nicht ohne auf den Spuren der Maya durch Tikal getigert zu sein. Ein ausführlicher Bericht  -> Da.

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