JORDANIEN

10 TAGE JORDANIEN. DER PERFEKTE ROADTRIP.

Wo lohnt es sich, länger zu bleiben und was kann man trotz vermeintlichem Hype getrost auslassen? Das alles weiß man am besten, wenn man es falsch gemacht hat! Neeeein, davon kann keine Rede sein, dennoch würde ich hier und da etwas anders machen. Demnach folgt hier meine Anleitung für die perfekte Jordanien Rundreise!

 

Tag 1: Amman

Ankunft und je nach Ankunftszeit, 1-2 Übernachtungen in Amman, so dass man hier einen vollen Tag hat. Hier könnt ihr lesen, wie wir es uns in dieser Stadt gutgehen haben lassen: Ein Tag in Jordaniens Hauptstadt.

Zum Übernachten empfehle ich das Hawa Guest House. Es war wirklich nett da und alles fußläufig zu erreichen. Amman hat man in einem Tag gesehen, hier muss man wirklich nicht länger verweilen. Bisschen den Spuren der alten Römer folgen und sich treiben lassen.
 

Trip nach Jerash

Entweder man macht dies als Tagestour und kehrt wieder nach Amman zurück, um von dort aus weiter ans Tote Meer zu fahren, oder in der Früh als Halbtagestrip, bevor es von dort aus direkt ans Tote Meer geht.”Gerasa” liegt im Norden Jordaniens und etwa 40 Kilometer nördlich von Amman. Kulturell mitunter der wichtigste Hotspot des Landes, mit seinen vielen Tempeln, dem ovalen Forum, sowie der Stadtmauer, die fast vollständig erhalten ist. Um sich alles in Ruhe anzusehen, sollte man ca. 2 Stunden einplanen. Es gibt Busse aus Amman die einen direkt hier hinbringen, Kosten: 5 JD. Mit dem Taxi sollten es maximal 20 JD sein (handeln!).
 

Tag 2 bzw. 3: Ab ans Tote Meer

Ca. 50 Minuten südlich von Amman (20 JD mit dem Taxi) fängt auch schon das tote Meer an. Auf dem Weg dahin kriegt man eine abgefahrene Landschaft zu sehen, die an Kargheit kaum zu überbieten ist. Wer noch immer nicht genug von Kultur hat, macht unterwegs noch einen Abstecher nach Madaba.

Stellt euch am toten Meer auf Wellness und Entspannung ein, hier gibt es sonst nicht viel bis gar nichts zu sehen. Das stört aber kaum, dieses Gewässer fasziniert einen genug. Da es hier quasi nur größere Resorts gibt, muss man das für sich und seinen Geldbeutel passende aussuchen. Bei uns fiel die Wahl auf das mit Abstand Schönste: Kempinski Ishtar Dead Sea.Und glaubt mir, ich habe mir ALLE angesehen. Es ist alles andere als günstig, aber die anderen Resorts sind das auch nicht und das Niveau ist nicht vergleichbar.

Tipps: ich habe meine Buchung auf bookinig.com ein paar Tage vorher storniert, nochmal gebucht und so 100€ gespart. Und….wie oft ist man schon im Leben am toten Meer, zumal noch unklar ist, wie lange es dieses Gewässer überhaupt noch geben wird. Solltet ihr auch hier absteigen, dann empfehle ich ein Abendessen im Restaurant “Burj Al Hamam” im Crown Plaza. Das liegt nur 500 m die Straße runter. Hier stellt ihr schnell fest, dass ihr an eurer Buchung nichts falsch gemacht habt, esst dafür aber sehr gut und verhältnismäßig günstig zu Abend. Verhältnismäßig günstig heisst in dem Fall Münchner Preise, also ca. 70€ für das Abendessen mit einer Reihe an Vorspeisen, Hauptgang und Dessert. Spätestens hier stellen wir fest, Jordanien ist alles andere als günstig!

Wo auch immer ihr absteigt, 2 Nächste sind aus meiner Sicht das Minimum. Ihr kommt richtig schön runter, reibt euch jeden Tag so oft ihr wollt mit Schlamm ein und floatet als wärt ihr mit Luft aufgepumpt in diesem abgefahrenen Gewässer. Untergehen ist keine Option und jede Vorstellung davon, wie sich das anfühlen mag, wird in der Realität um einiges übertroffen! So ein Gefühl der Schwerelosigkeit hatte ich bis dato noch nie!
 

Tag 5: Wadi Mujib & weiter nach Petra

Im Hotel haben wir uns mit einem Mietwagen ausgestattet (davor macht es aus meiner Sicht absolut keinen Sinn) und haben das Wadi Mujib anvisiert. Kosten für den Mietwagen: 130 JD für 2 Tage, aber absolut notwendig! Schön günstiger Autos gemietet. Aber inzwischen hat man das Land ja auch kennen gelernt ;). Die Strecke bis zum Wadi ist superschön zum Fahren, man fährt am toten Meer entlang, kann hier und da stehen bleiben und eventuell nochmal rein hüpfen. Bis zum Wadi kann man sich wirklich nicht verfahren, draußen gibt es eine Reihe an Parkplätzen und einen Eingangsbereich. Hier zahlen wir wieder einen ordentlichen Batzen Geld (auf 18 JD pro Nase runtergehandelt, dann noch 10 JD für den wasserfesten Beutel). Wir haben allerdings auch zu spät vom Jordan Pass erfahren – selbst Schuld. Schwimmwesten sind dann wenigstens inklusive. Führung braucht man hier definitiv keine, man kann sich nicht verlaufen und der Weg führt einen bis zum Ende. Der Trail fängt sehr ruhig an, man läuft durch seichtes Wasser und kann sich gar nicht ausmalen, dass sich daran noch was ändern könnte. Wird dann aber extrem vom Gegenteil überzeugt! Mit einer der Höhepunkte unserer Reise, weil es einfach unfassbar Spaß macht, sich durchs Gewässer zu kämpfen!

Achtung: man wird gänzlich nass und ohne feste Schuhe ist das Canyoning nicht machbar! Sonnencreme nicht notwendig, da man sich stets im schattigen Canyon befindet.

Tipp: Es einfach wagen hier und da runterzurutschen, wenn man auf dem Rückweg ist! Und wenn ihr am vermeintlichen Ende angekommen seid, einmal rechts rein in die Dunkelheit, links wieder raus und dann runterrutschen. Es kann absolut nichts passieren und macht einen Heidenspaß!

Für den Wadi solltet ihr 2  Stunden einplanen, eignet sich also perfekt als Highlight auf dem Weg nach Petra.
 

Tag 5 und 6 : Atemberaubendes Petra

Der Weg nach Petra ist sehr abwechslungsreich und spannend. Bitte unterschätzt die Distanz nicht, es klingt immer nicht viel, aber am Ende dauert alles doch ein bisschen länger. Auf diesem Weg habe ich mich dann endgültig in dieses Land und Volk verliebt. Hier sind wir einmal absichtlich von der Straße ab, um den tollen Sonnenuntergang zu fotografieren. Dabei lud uns eine Nomadenfamilie auf einen Tee ein und es entstanden diese Bilder:

Die Umgebung rund um Petra ist atemberaubend, von Petra selbst ganz zu schweigen. Wir hatten in Little Petra über airbnb eine besondere Unterkunft gefunden (53 €). Man übernachtete quasi in einer Art Höhle. Es gibt super viele Angebote dieser Art, da muss man einfach für sich das passende aussuchen. Für das eigentliche, alte Petra, so wie man es von zig Bildern kennt, sollte man früh aufstehen.

Wir waren um ca. 7 Uhr da, was vollkommen in Ordnung war. Hier kann man sich für teures Geld durch die Gegend kutschieren lassen, oder alles zu Fuß erkunden. Hier empfehlen sich Trekkingschuhe, eine Jause, und ganz viel Wasser. Wasser kostet sonst generell 1 JD in Petra. Wir sind dem Tipp unseres Hosts gefolgt und sind einfach gerade aus spaziert (dass wir einmal abgekommen sind und 3 Stunden in der Gegend verloren waren, lasse ich an der Stelle aus), Richtung Monastry. So sieht man die meisten Tempel und Sehenswürdigkeiten. Um zum Monastry zu kommen, muss man 800 Treppen steigen, es ist aber ein absolutes Muss. Dann noch ein paar Schritte mehr und schon hat man die beste Aussicht Jordaniens. Steht zumindest auf jedem Schild 🙂 dort. Wenn 70-Jährige da hochkommen, dann auch ihr.

Wir haben für alles 6 Stunden gebraucht, da wir nur einen Tag dort hatten. Dies soll aber die Anleitung für den perfekten Roundtrip werden, deshalb bleibt ihr natürlich 2 Nächte in Petra. Und besucht Petra bei Nacht, das euch nochmal anders flashen wird.

Tipp: Der Eintritt für Petra macht 50 JD. Für ein Tages-und Abendticket, zahlt man nur ein bisschen drauf. Aber ihr seid natürlich klug genug, habt vorab den Jordan Pass gekauft und müsst euch darum keinerlei Sorgen machen, denn damit habt ihr Zutritt zu quasi jeder Sehenswürdigkeit Jordaniens.
 

Tag 7 und 8: Wadi Rum

An Tag 6 verlasst ihr Petra und fährt in den Wadi Rum. Wir sind hier Nachmittags angekommen, hatten eine Nacht und mussten unser Auto am nächsten Tag schon in Aqaba abgeben. Das heisst, wir hatten effektiv den Sonnenuntergang (wow!) und eine 4 Stündige Jeep-Tour (Jeep ist hier nicht sowas geschlossenes, modernes… :)) am morgen drauf. Ich hatte zwar das Gefühl, einen sehr guten Eindruck gewonnen zu haben, einen ganzen Tag zu haben im Wadi Rum, wäre aber schöner gewesen. Wo schläft man in so ‘ner Wüste? Im Wüstencamp natürlich! Hier habt ihr vorab schon eines gebucht, und zwar das Beduin Lifestyle Camp.

Das empfehle ich auch uneingeschränkt, vor allem wegen der tollen Guides. Wir hatten so einen Spaß bei unserer Jeep-Tour und den tollsten Guide aller Zeiten. Zwanglos, entspannt und sau lustig war diese Tour. Kostenpunkt insgesamt für 1 Nacht im Camp inklusive Abendessen (Zubereitungsart war ein Highlight für sich), mit dem Jeep zum Sonnenuntergang, 4-stündige Jeeptour: ca. 150 € für zwei Personen. Aber man hat sich ja mittlerweile an die Preise gewöhnt und das ist eigentlich auch fair.

Tipp: Es gibt verschiedene “Bridges”, also natürliche Brücken-Felsformationen im Wadi Rum. Es gibt eine kleine, mittlere und große Brücke. Wir waren nur auf der kleinen, aber die war schon sooooooo beeindruckend, dass ich mir gar nicht ausmalen möchte, wie wuchtig die Große ist. Deshalb: Unbedingt mitnehmen.
 

Tag 8 und 9 und 10: Schnorcheln in Aqaba & Übernachtung in der Feynan Ecolodge

Tag 8 (spät?)nachmittags trefft ihr dann in Aqaba ein. Hier habe ich keinerlei Unterkunft-Tipps bis auf das Kempinski, dass bestimmt toll und wieder sehr teuer wäre. Wir haben dort unser Auto abgegeben, es versprach einiges. Direkte Strandlage… Wir sind hier dann über die Grenze nach Israel und waren in Eilat (nur paar Kilometer von Aqaba entfernt) – das empfehle ich aber nicht unbedingt weiter, wenn man nicht einen Roundtrip um’s tote Meer rum macht, dazu mehr hier.

Ansonsten könnt ihr getrost in Aqaba bleiben und ein bisschen schnorcheln gehen, ehe es dann geraden Wegs zurück nach Amman geht. Je nachdem, wann ihr aus Wadi Rum hier ankommt (Fahrtzeit beträgt nicht einmal eine Stunde), könnt ihr einfach nur den Tag hier verbringen.

Auf der Rückfahrt würde einen Stop für eine Nacht in der Feynan Ecolodge einplanen. Das ist nur 2 Stunden entfernt von Aqaba, bietet nochmal ein schönes Erlebnis und macht die Reise komplett.

Und jetzt: Flug buchen!

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