OMAN

DER OMAN. MEIN DIAMANT DES ORIENTS

Inspiriert durch den wundervollen Flo, der sich gerade ein neues Leben, fernab des Büroalltags in der argentinischen Pampa aufbaut und darüber sicherlich mal einen Gastbeitrag schreiben wird, ging es im November 2015 in den Oman. Ehrlich gesagt war ich mir bis kurz vorher nicht mal der Existenz dieses Landes bewusst, geschweige denn der Schönheit und natürlichen Vielfalt. Aber als Flo von seinem Oman-Urlaub zurück war und mit Bildern protzte, war es um mich geschehen. Perfekt, um den Sommer im November nochmal aufleben zu lassen und sich aus dem tristen München zu verpissen. Wir flogen mit Emirates über Dubai nach Muscat und hatten genau 10 Tage für diesen Trip eingeplant. Und diese sind perfekt, um den nördlichen Teil des Landes zu erkunden. Flo stellte über Facebook noch die Verbindung zu Saif her, ein Freund der Familie und geborener Omani.

Dass es sich bei Omanis um erstaunlich nette Menschen handelt, wurde uns schon vor Abflug eingetrichtert, aber die Realität übertraf alle Erwartungen. An dieser Stelle, sollte dem individualisierten Westlichen gesagt sein, dass Omanis nicht nett zu einem sind, weil sie irgendein Eigeninteresse hegen oder einen abzocken wollen – sie sind einfach so. Das extremste Beispiel: wir lernen im Flieger eine Gruppe Jungs kennen, die gerade einen Roundtrip durch Europa hinter sich hatten und sich auf dem Heimweg befanden. Wir tauschten Nummern aus, schafften es aber nie, sie nochmal zu treffen und das Angebot, Oman gezeigt zu bekommen, wahr zu nehmen. Am Tag unseres Abfluges schreiben wir noch eine Whatsapp, in der wir uns für die Gastfreundlichkeit in ihrem Land bedanken und uns verabschieden. Daraufhin ließen die Jungs es sich nicht nehmen zum Flughafen zu kommen, und uns omanische Köstlichkeiten zum Abschied zu überreichen. Wo bitte gibt es sowas? Ihr könnt euch vorstellen, wie wir geschaut haben! Nicht weniger blöd haben wir geschaut, als Saif uns vom Flughafen abholte (um 2 Uhr Nachts) und uns einfach sein Auto hinstellte, das wir für die nächsten 10 Tage unser Eigen nennen durften. Wo gibt es bitte sowas und was bleibt einem dann auch anderes übrig, als schnellstmöglich zurück zu kehren?

Und das hat mich am Oman, neben den Menschen, am meisten fasziniert:

Die Wadis

Ganz klar und an erster Stelle: die Wadis. Und dass die einen eigenen Beitrag verdienen, ist auch ganz klar. Klickt hier.

Die Wüste

Wahiba Sands – so nennt sich der Wüstenabschnitt im Oman. Hier definitiv ein Muss: eine Wüstenübernachtung, oder auch mehr. Wärmstens empfehle ich hier das mit Abstand schönste Camp: 1000 Nights Camp. Mann kann zwischen 3 Unterkunfts-Kategorien wählen und es ist das einzige Camp mit einem Pool. Das Abendbuffet war unfassbar lecker. Es wird frisch gegrillt etc. und es herrscht eine tolle Stimmung wenn nach dem Essen gemeinsam musiziert wird. Ich bin selten 100% von den Socken und finde immer was zum Meckern, aber hier gab es de facto nichts auszusetzen! Ach ja.. nicht wundern: Am Wochenende gelangt man in der Wüste nicht zu der Ruhe, mit der sie so oft beschrieben wird. Sehr viele Omanis sind dann mit ihren Jeeps unterwegs, campen und grillen in der Wüste und liefern sich die ganze Nacht verrückte Rennen.

Die natürliche Vielfalt

Wadis, Wüste, das Meer, Kultur, Berge, Canyons, Palmenhaine, weiße Strände – es gibt keine Naturschönheit, die es im Oman nicht gibt. An die Wadis kommt sowieso nichts ran, aber auch der omanische Grand Canyon Jebel Shams mit seinen unfassbaren Felsformationen (hier unbedingt den Balkony Walk-Trail machen!) hat uns genauso sprachlos gemacht wie das türkisfarbene Meer am Finns Beach, auf dem Weg nach Sur, oder die Dünen in der Wüste. Es ist so trocken und so fruchtbar und grün gleichzeitig, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinsehen soll.

Misfah Old House

…bietet einen tollen Ausgangspunkt für Wanderungen rund um das Jebel Shams Gebirge. Wunderschön gelegen in einer Oase aus Palmen und Grün umringt von einer atemberaubenden Natur bietet das kleine rustikale Hostel alles was man für einen unvergesslichen Aufenthalt braucht. Das Hostel an sich ist schon eine Sehenswürdigkeit!

Kleine, spitze Berge

Egal wo ihr im Oman unterwegs seid, sie werden euch immer begegnen: kleine, Schutthaufen-ähnliche Formationen, die … an Schutthaufen erinnern, aber keine sind. Sondern in der Tat, winzige Berge. Vollkommen wahnsinnig!

Große, mächtige Berge

Ob Jebel Shams oder Jebel Akbar, der Oman ist alles andere als flach und Wanderer werden sich in diesem Land niemals langweilen. Ob zu Fuß oder nicht, einen Ausflug zu Omans höchsten Erhebungen darf man sich keinesfalls entgehen lassen.

Die Kultur

Das omanische Volk ist ein sehr ehrenhaftes und stolzes, das seine Traditionen wahrt. Respekt spielt eine übergeordnete Rolle. Den bekommt man an jeder Ecke zu spüren und gibt ihn zurück, wenn man nicht ganz kacke ist. Mir wurde selten so viel Gastfreundschaft entgegen gebracht, wie in diesem Land. Ja, das haben arabische Länder zwar generell an sich, im Oman ist es aber nochmal anders. Das Land ist, abseits von Muscat und Salalah touristisch nicht wirklich erschlossen und die Einheimischen zeigen sich dementsprechend dankbar und neugierig. Die Religion spielt eine wichtige Rolle in der Kultur. Omanis sind Ibaditen (eine Sondergemeinschaft im Islam). Der Oman ist auch das einzige Land, in dem sie die Bevölkerungsmehrheit bilden. Jeder mit dem wir gesprochen haben, betrachtet Glauben als Privatsache und zeigt dementsprechend Toleranz für Andersdenkende. Dennoch muss man seiner FKK Affinität hier nicht unbedingt nachgehen, wo wir wieder beim Thema Respekt wären. Omanis sind darüber hinaus sehr schüchterne Lebewesen, mit denen man behutsam umgehen sollte. 🙂

Sicherheit

Ich kann mich nicht erinnern, mich irgendwo sicherer gefühlt zu haben, als hier. P.S. Wir waren 2 Mädels, die durchweg alleine gereist sind.

Tracht (& die Männer)

Kein Mann in Oman geht ohne Kopfbedeckung aus dem Haus. Sie besteht entweder aus einer runden Kappe, kumma genannt, einem Kaschmirtuch, dem massar, oder einer Kombination aus beidem, wobei der massar über der kumma gewickelt wird.
Das lange Gewand heißt dishdasha und hat drei wesentliche Merkmale: Sie hat keine Brusttasche, vom Kragen baumelt eine Quaste, die in Parfüm getaucht wird, und drittens gibt es sie nicht nur in Weiß, wie in den Emiraten oder Saudi-Arabien, sondern in allen erdenklichen Farben. Darunter trägt “mann” übrigens ein Wickeltuch, den wizaar, der einer Unterhose entspricht.

Achtung! ALLE Männer sehen in ihrer Tracht umwerfend aus. Jeder wie ein König. Aber wenn das Ding abkommt, ist der Zauber oftmals weg.

Die Straßen

Breite, super ausgebaute, fast leere Straßen machen so einen Road bzw. Roundtrip um ein vielfaches geschmeidiger! Allerdings kann ich es nur jedem nahelegen, sich an die Verkehrsregeln zu halten – ich habe es geschafft, binnen 10 Tagen 3 Strafzettel für 3 verschiedene Vergehen zu kassieren und dafür blecht man im Oman genauso wie im Rest der Welt.

Smoothies und frische Säfte

An jeder Ecke im Oman werden frisch gepresste Säfte und Smoothies verkauft, die dermaßen geil schmecken, dass man mindestens stündlich einen braucht. Und wenn ihr keinen Zuckerschock wollt, dann vorher dazu sagen! Mein Lieblingssmoothie: Lemon-Mint. Mega!

Wie ihr seht, gibt es eine ganze Reihe an Gründen, warum man den Oman lieben muss, also nichts wie hin, bevor auch hier der Tourismus seine Folgen zeichnet.

Die volle Pracht in Bildern findet ihr hier.

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