JORDANIEN

LIEBES TAGEBUCH | EIN TAG IN AMMAN

Die Holzklasse der Lufthansa brachte uns in weniger als 5 Stunden zunächst in die Hauptstadt des Landes: Amman.

Um 2 Uhr Nachts angekommen, wartete schon der von unserer Unterkunft gebuchte Fahrer auf uns. Für 20 JD wurden wir ins „Hawa Guest House“ gefahren. Das ist alles andere als günstig, wie uns später klar wurde, aber Standard. Zu den Taxipreisen und Preisen überhaupt, später mehr. Jeder Taxifahrer ist übrigens und selbstverständlich auch ein toller Reiseführer, der dich überall hinbringen kann und das wie immer für den besten Preis!

Das Hawa Guest House ist durchaus empfehlenswert. Die Lage ist zentral, 10 min Fußweg von Old Amman, dem alten Herz der Stadt. Die Zimmer sind sehr geräumig, sauber und charmant eingerichtet. Im Garten eiern ein paar Katzen durch die Gegend und es gibt schöne Sitzgelegenheiten und einen guten Blick auf die Zitadelle, die Top-Sehenswürdigkeit der Stadt. Es ist super ruhig, das Klientel entspricht dem intellektuellen Hippie-Individualreisenden. Das Frühstück ist einfach, aber absolut in Ordnung.

Unser erster und eigentlich auch einziger Tag in Amman verlief relativ planlos. Einfach in den Tag hinein, lautete das Motto. Von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen ist eh nicht so mein Ding.

Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf, zur Zitadelle,  auf Arabisch Jabal al-Qal’a. Was das sein soll? Ein beeindruckend gut erhaltenes römisches Theater und ein Zitadellenhügel mit einem tollen Ausblick, vielen herumliegenden Steinen und einem kleinen archäologischen Museum.

     

     

Amman ist sehr hügelig, was ich nicht erwartet habe, deshalb war es durchaus ein kleiner Marsch bis dahin, aber das Ganze geht noch als Spaziergang durch, keine Vollmontur notwendig. Unterwegs bildeten sich die ersten wirklichen Eindrücke aus Jordanien. Verwinkelte kleine Gassen, farbenfrohe Türen, Malereien und Graffitis auf Treppen oder Wänden. Und neugierige, liebenswerte Menschen, die einen sofort zu sich rein bitten. 

     

Der Blick von der Zitadelle über die Stadt, in der Mitte der 126,8 m hohe Raghadan-Fahnenmast, hat es in sich! Nachdem wir genug von Kultur und alten Römern hatten,  ging es auf der anderen Seite- noch einen schönen Blick auf das römische Theater erhaschend – den Hügel wieder runter.

Unten angekommen  (unten ist, wenn man nicht mehr oben ist) –  auch Downtown Amman genannt – bot sich uns quirliges Treiben. Unzählige Goldgeschäfte, ein paar andere komische Geschäfte und noch ganz viel Straßenverkauf nebenbei und zwischendurch. Wir haben Hunger und steuern geradeaus auf das „Hashem“ zu.  Super Streetfood in gewöhnungsbedürftigem Ambiente fasst es ganz gut zusammen. Die Falafel gilt als beste der Stadt und ich bin im Food-Himmel angekommen: geiles, authentisches Essen zum geilen Preis. Da kann man so richtig schön durchprobieren, ohne Sorge um seinen Kontostand. 7 JOD für 2 Leute haben gefühlt 10 Gerichte gekostet. Günstiger gegessen haben wir auf der ganzen Reise nicht.

Mit vollem Magen dann auf den Souk, wo einem ganz viel chinesisches Plastik und Schnickschnack jeglicher Art um die Augen knallt. Nichts anderes erwartet, trotzdem spannend. 

Schnauze voll von Konsum, machten wir uns schließlich auf die Suche nach einem Café. Das Wild Jordan Center bot nicht nur Kaffee, sondern auch eine grandiose Aussicht und einen kleinen Shop, das jedes Hipster-Herz höher schlagen lässt. Mein Smoothie war viel zu süß, als hätte ich nicht schon im Oman nach dem ersten Zuckerschock gelernt, „without sugar“ zu ordern. Hier chillen wir gut 2 Stunden.

Muss ja auch irgendwann instagrammen. Danach geht es wieder ins Hawa Guest House, bevor wir so tun, als hätte Geld nie ne Rolle gespielt, und im teuersten Restaurant der Stadt dinieren.

Das Fakhr El-Din brilliert schon mit seinem Entrée. Dort kann man zunächst Platz nehmen, ehe einen ein geschulter Mitarbeiter zu seinem Tisch weist. Das Restaurant besticht durch seine wunderschöne, in einem Innenhof gelegene Terrasse. Und durch das Essen. Schnell merken wir, dass hier ein anderes Jordanien verkehrt. Burka? Botox! Wir lassen es krachen und fressen uns durch die mehr als ansprechende Karte. Shisha. Dessert sowieso. Hier habe ich das beste Osmaliyah ever gegessen. Was das ist, müsst ihr selbst rausfinden. Und ich auch noch.100 Euro weniger in der Tasche und 3 Stunden später schlafen wir nochmal im Hawa Guest House, bevor es am nächsten Morgen schon ans tote Meer geht.

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