KARIBIK

Hunte’s Gardens – Sieht so das Paradies aus?

Ich habe ja schon in “10 Dinge, die man auf Barbados gemacht haben muss” kurz von diesem traumhaften und schier unwirklichen Ort los geschwärmt. Wie nachhaltig mich dieses kleine Paradies begeistert hat, zeigt mein Bedürfnis, ihm einen eigenen Beitrag zu widmen.

Wenn man durch die Barbadian Pampa fährt, wo einem rechts und links teilweise nichts ins Auge sticht, bis auf hohe Zuckerrohrpflanzen, rechnet man nicht damit, so einen verborgenen Schatz vorzufinden. Wir gehen den schmalen, gepflegten Weg bis zum eigentlichen Eingang des Gartens vor und mein Begeisterungspuls ist schon auf 180. Noch nicht mal drinnen, hat die einzigartige Atmosphäre sich schon wie ein kuscheliger Schal um einen gehüllt während leise Klaviermusik die Ohren umschmeichelt. Der “Eingangsbereich” lässt schon vermuten, dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde und erinnert an Titelseiten von Hochglanz-Interieur-Zeitschriften.

     

Schon hier möchte ich mich eine Stunde hinsetzen und das Drumherum genau inspizieren und in den Büchern stöbern. Und im Nachhinein dieses weiß-bunte Kissen richtig drapieren.

Aber wir haben ja noch nicht mal den Eintritt gezahlt, geschweige denn was vom Garten gesehen. Um den Eintritt zu entrichten, muss man eine Klingel betätigen und dann kommt er auch schon. The owner and creator Anthony Hunte, ein alter, stilsicherer Mann, der jedem einzelnen Gast voller Freundlichkeit und Charme die Hand schüttelt. Und hier beginnt auch schon die Zeitreise, auf die Anthony einen mitnimmt. Im 17 Jahrhundert ließen die ersten Huntes sich auf der Insel nieder und genau in diese Zeit fühlt man sich sofort versetzt. Doch zuerst der Rundgang durch den Garten, wo jedes Eckchen zum Verweilen einlädt!

… und die unzähligen Pflanzen und Blüten danach gieren, bewundert zu werden.

Als wir denken, es könnte nicht mehr schöner werden, entdecken wir die originalgetreu nachgebauten Räumlichkeiten, die einem erst recht die Sprache verschlagen. Was ist das hier für ein Ort?

     

Je mehr ich sehe, desto mehr schleicht sich der Wunsch ein, bei Anthony einzuziehen. “Ich muss auch nie wieder reisen, schöner als hier kann es nirgends mehr werden”, denke ich mir. Das ist der Höhepunkt an Rührung, die ein Ort in einem hervorrufen kann. Anthony kommt die Treppe hinunter und fragt wie es uns gefällt. Erzählt, dass er letztens ein deutsches Fernsehteam da hatte, die drei Tage einen Beitrag über den Garten gedreht haben. Er lädt uns ein, sein eigenes Haus zu besichtigen, das sich einige Treppen weiter oben befindet. Als wir ankommen, sitzt er auf seiner Terrasse, umgeben von nichts als Grün und zählt seine Einnahmen. Er müsse das sofort machen, sonst macht ihm sein Gehirn einen Strich durch die Rechnung. Das Alter… Die Musik spielt weiterhin und die Hauskatze scheint ihr Dasein auch sehr zu genießen.

     

Ich staune weiterhin und erkunde Anthony’s Wohnzimmer. Er sammelt gerne altes Zeug, sagt er. Das kann ich sehen!

     

Einige Kunstwerke kann man erwerben, andere nur bestaunen. Anthony erzählt, es habe 2,5 Jahre gedauert, den Garten zu erschaffen. Den Grundstein bildet eine eingestürzte Höhle. Seitdem hat die Natur, wie auch Anthony und seine Gärtner ganze Arbeit geleistet. Leider hat es unsere Zeit nicht hergegeben an diesem Tag, noch ein Gläschen alten Rum mit Anthony auf seiner Terrasse zu trinken. Nehmt euch also für den Besuch in Hunte’s Gardens mindestens zwei Stunden vor, um auch alles auskosten zu können. Jetzt dürftet ihr ja hoffentlich endgültig davon überzeugt sein, dass die Zeit gut investiert ist.

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