KARIBIK

10 Dinge, die auf Barbados ein absolutes Muss sind

Nen halben Monat ist es nun erst her, dass wir wieder im kalten Deutschland angekommen sind. Wie immer, verhält sich das Ganze genauso wie mit dem neuen Teint, denn so wie der verschwindet, fängt das Fernweh auch schon wieder an. Perfekter Zeitpunkt, um sich die Erinnerungen nochmal vor Augen zu führen und für euch das zusammen zu fassen, was ihr euch keinesfalls auf dieser Trauminsel entgehen lassen solltet!

Bottom Bay Beach

Nicht nur einer der schönsten Strände auf Barbados, sondern laut internationaler Stimmen, auch weltweit. Ich finde diese ganzen Rankings etwas lächerlich, denn es gibt bestimmt Hunderte “Schönste Strände der Welt”, aber ich verstehe, warum Bottom Bay in so einem Ranking auftaucht. Die Kulisse ist durch die hohen Felsen und die vielen, dünnen Palmen wirklich besonders. Und das Beste: selten jemand findet den Weg dorthin. Ich habe schon beim letzten Barbados Besuch nicht verstanden, warum eigentlich. Umso glücklicher war ich diesmal, als ich feststellte, dass sich daran nichts geändert hat. Bottom Bay ist allerdings kein wirklicher Badestrand, da die Wellen hier meistens zu hoch sind. Aber wer auf der Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit in einer perfekten Karibikkulisse ist, wird hier fündig!

Codrington College

1745 eröffnet, ist das Codrington College eines der ältesten seiner Art. Es wurde mit den Mitteln aus dem Erbe von Christopher Codrington gegründet, welcher nach seinem Tod der Society for the Propagation of the Gospel in Foreign Parts, einer Missionsorganisation der Church of England, Teile seiner Zuckerrohrplantagen und Ländereien vermachte, mit der Auflage, ein College in Barbados zu gründen. Zu Zeiten der Sklaverei, war die Gesellschaft einer der bedeutenden Sklaven-Eigentümer, denn während es das Ziel war, Geldmittel für das College zu erwirtschaften, profitierte die kirchliche Gesellschaft von der unbezahlten und gezwungenen Arbeit von tausenden von Sklaven auf den Codrington Plantations. Selber machte man sich die Hände natürlich nicht wund. 2006 entschuldigte sich die Kirche dann aber doch nochmal bei den Nachkommen. Wie nett! Unglaublich, dass dieser schwarze Fleck der Geschichte noch gar nicht so lange her ist, aber Gott sei Dank vorbei. Jetzt hab ich euch einen ganz schönen Abriss gegeben, wo ich doch eigentlich nur das schöne Anwesen bewerben wollte. Das Anwesen ist wirklich einmalig schön und den Eintritt von 10 BBD auf jeden Fall Wert. Es gibt im Übrigen noch die Codrington School, die auch sehr sehenswert sein soll.

Friday Fish Fry in Oistins

Oistins ist der Ort, in dem Freitags der Punk auf der Insel abgeht. Definitiv nichts für Claustrophobiker und Schlangenhasser. Keine Angst, Schlangen in Tierform sucht man auf Barbados vergeblich (wobei ich mir schwer tue mit der Vorstellung, dass das überhaupt jemand irgendwo auf dieser Welt tut), aber hier ist Freitags so viel los, dass man für sein Fischgericht schon etwas länger anstehen muss. Da wären wir auch schon beim Thema: es gibt nämlich Fisch. Und zwar den ganz frischen, vom berühmten Oistins Fishmarket nebenan. Hier kann ich zwei Stände ganz besonders empfehlen (Heldenunterschied zu den anderen): “Chillin’ and Grillin'”, sowie “Uncle George”. Es lohnt sich wirklich, sich anzustellen. Das Prinzip Freitagnacht in Oistins ist also: Fisch essen, Rum trinken und “lamen” (laming=chilling) und tanzen. Es macht unheimlich Spaß das bunte Treiben zwischen Touristen und Einheimischen und Alt und Jung zu beobachten! Das Ganze geht bis 1 und dann ist der Spaß auch schon wieder vorbei, oder er geht im St. Lawrence Gap, dem Ausgehviertel, weiter.

Bathsheba

Barbados ist gerade deshalb spannend, weil die Küstenabschnitte je nach dem ob im Osten oder Westen gelegen, nichts miteinander gemein haben. Während die Ostküste etwas rougher und windiger ist, ist es an der Westküste wunderbar ruhig und perfekt zum baden. Bathsheba gehört zu den Perlen der Ostküste, unterscheidet sich aber hier auch nochmal deutlich. Weißen Sand und türkisfarbenes Wasser sucht man hier vergebens, statt dessen erwarten einen interessante Felsformationen und eine wilde, naturbelassene Küste. Und ein wirklich tolles Restaurant: Dina’s Bar. Nachdem man sich hier den Bauch mit einheimischen Köstlichkeiten vollgeschlagen hat, kann auf einen kleinen Hügel klettern und ganz tolle Fotos von den Felsbrocken machen.

Northpoint & Animal Flower Cave

Diesen Spot kann man sehr gut mit einem Ausflug nach Bathsheba verbinden. Und wenn man nicht wüsste, man ist in der Karibik, könnte man meinen, mal eben schnell nach Schottland gebeamt worden zu sein. So stell ich mir zumindest Schottland vor. Steile, steinige Küste, hohe Wellen die dagegen knallen und eine üppige Vegetation. Northpoint deshalb, weil es sich – Überraschung – um den nördlichsten Punkt der Insel handelt. Hier kann man wunderbare Bilder machen, im zugehörigen Restaurant wunderbar essen (die Karte kann was!) und die Aussicht genießen. Und davor oder danach in die Animal Flower Cave absteigen, eine der zwei großen Höhlen auf Barbados, und dort ein bisschen rumplantschen.

Surfen

Wenn man auf Barbados eine neue Sportart ausprobieren möchte, dann bitte schön Surfen. Unzählige Trainer bieten ihre Leistungen überall an und man kann sich wahlweise auch einfach nur ein Board leihen und schauen, ob man es am Ende des Tages einmal schafft, drauf zu stehen. Der Enterprise Beach ist der perfekte Spot für Surfanfänger (und überhaupt ein wundervolles Fleckchen, auch ganz ohne Surfen), während man sich als Fortgeschrittener eher in Silver Sands rumtreiben wird. Im Prinzip findet man an der gesamten Südostküste Surfspots. Die superlässige Surfers Bay Beach Bar in Silver Sands ist der perfekte Ort für den Erfrischungsdrink und eine Stärkung nach dem Wellenritt.

St. Nicholas Abbey

Ich habe es noch nicht verdaut, dass unser Ausflug hierhin leider gnadenlos gescheitert ist. Das Wetter machte uns so einen Strich durch die Rechnung, als es anfing wie aus Eimern zu schütten und wir uns trotz langwieriger “Anreise” (man unterschätzt die Straßen und Verkehrsmittel in Punkto Entfernung vs. Dauer) dagegen entschieden, reinzugehen. Leider liegt das wunderschöne ehemalige Herrenhaus so ab vom Schuss, dass wir es dann doch nicht mehr geschafft haben. Es handelt sich um eines der drei letzten bis heute erhaltenen Beispiele jakobinischer Architektur in der westlichen Hemisphäre. Natürlich wurde dort auch seit 1640 Zuckerrohr angebaut und man bekommt hier einen der seltenen Filme zu sehen, die das Leben auf der Zuckerrohrplantage zeigen und auch Rum verkosten. Darüber hinaus gehört zu dem original eingerichteten Haus auch ein wunderschöner Garten mit einer beeindruckenden Pflanzenvielfalt. Für Ästheten ein absolutes Muss, deshalb muss ich leider noch ein drittes Mal nach Barbados. Ich hätte die 20 Euro Eintritt liebend gerne ausgegeben!

Gibbes Beach

Oh mein Gott habe ich diesen Strand gefeiert! Es ist für mich DER Badestrand der Insel und wieder so ganz anders als die Strände an der Ost- oder Südküste. Es ist ein Abschnitt des Sandy Lane Strandes, der die Westküste der Insel dominiert. Hier reiht sich ein Millionenanwesen an das nächste und nicht überall hat man freien Zugang zum Strand, auch wenn es theoretisch auf Barbados keine privaten Strände gibt. Hier riecht es nach Kohle und Altdamenparfum. Aber an dem Strand muss man gebadet haben. Hier liegt man quasi nicht unter einer Palme, sondern in der Palme und es ist das absolute Südsee Feeling. Und das Faszinierendste: die Wellen brechen in einer so besonderen Art und Weise, sowas hab ich noch nie zuvor gesehen! Und von Überfüllung wie beispielsweise in der Carlisle Bucht weit entfernt!

Catamaran Cruise mit Cool Runnings

Cool Runnings ist als Anbieter von Catamaran Ausflügen eine Institution auf Barbados, und das verständlicherweise. Die Organisation war von vorne bis hinten und ohne zu übertreiben: perfekt. Man wird an seinem Standort abgeholt und zurück gebracht. Und dazwischen hat man einfach eine geile Zeit. Es geht von Bridgetown die Westküste hoch, mit diversen Stopps (Schildkröten und Schiffswrack) zum Schnorcheln. Klar, man ist nicht das einzige Boot, aber die Crew von Cool Runnings gibt ihr bestes, es zeitlich so zu timen, dass nicht gerade 50 andere einer Schildkröte nachschwimmen. On Board gibt es tolle Musik, Rum Punch so viel man will und ein wirklich köstliches Mittagessen. Hätte ich nicht erwartet! Und die Crew ist unübertrefflich. Caribbean Vibes hoch Zehn. Wir haben so viel getanzt und gelacht (der Rum hat seinen Zweck erfüllt) und hatten einen unvergesslichen Tag.

Hunte’s Gardens

Last but not least, mein absoluter Lieblingsort auf der gesamten Insel: Hunte’s Gardens. Was soll ich sagen? So stelle ich mir das Paradies vor. Es handelt sich um einen trichterförmigen botanischen Garten, der vom Eigentümer Anthony Hunte selbst und einigen Helfern in 2,5 Jahren harter Arbeit errichtet wurde. Wenn man ankommt, muss man eine Klingel betätigen und dann kommt Anthony persönlich runter, um abzukassieren :). Nachdem man auch nur einen Blick in den Garten erhascht hat, wird man feststellen, dass die 30 BBD gut investiertes Geld sind. Man fragt sich wo die schönen Klavierklänge herkommen um später fest zu stellen, dass die Musik Teil des Gesamtkunstwerks ist. Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht und mit Liebe zum Detail einen ganz besonderen Ort erschaffen. Im Anschluss an die Gartenbegehung kann man auch einen Eindruck gewinnen, wie das Leben zur Kolonialzeit hier ausgesehen haben muss. Die ersten Huntes haben sich nämlich im 17 Jahrhundert auf der Insel nieder gelassen, wie Anthony uns selbst erzählte. Darüber hinaus kann man auch einen Blick ins echte und jetzige Haus von Anthony erhaschen und vor Eifersucht grün anlaufen. Der Mann hat echt Glück im Leben!

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