BOSNIEN

Geheimtipp Sutjeska, Klappe die Zweite. Schnell zu Fuß von Bosnien nach Montenegro

Wenn es draußen zunehmend frostiger wird, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich an vergangene Sommertage zu erinnern oder künftige herbeizusehnen. Vorausgesetzt man ist kein sonderlicher Winterliebhaber, wie ich. Der letzte Sommer war einer der schönsten meines Lebens, weil er schier nie zu Ende gehen wollte und das bosnische Wetter es über 6 Wochen lang verdammt gut mir mir meinte. Ich fühlte mich zurück gebeamt in Schulzeiten, wo ich jede Ferien bei meinen Großeltern verbrachte. Und alles was ich dafür tun musste war es, meinen langweiligen Job zu kündigen. Es reihte sich eine schöne Unternehmung an die nächste und ließ diesen Sommer sich für immer einen Ort in meinem Herzen graben. Hashtag awwwww.

Eine dieser Unternehmungen war unsere Wanderung zum “Trnovačko Jezero”, einen Bergsee, der seine Schönheit irgendwo zwischen Bosnien und Montenegro versteckt hält. Früh morgens machten wir uns also mit dem Jeep aus Annodazumal und unseren Nachbarn auf, in den Nationalpark Sutjeska. Solche Touren können sowohl im Nationalpark Sutjeska (Bosnien) als auch im Nationalpark Piva (Montenegro) gebucht werden, besser ist es jedoch einfach einen der Locals anzuhauen. Die freuen sich alle über einen Zusatzverdienst und für das Geld macht man ungern sein eigenes Auto kaputt.

Ca. eine Stunde dauert die Fahrt bis “Prijevor”, autotechnisch die Endstation. Schnell noch auf den Aussichtsturm, um der höchsten Erhebung Bosniens, dem “Maglić” in Ihrer vollen Pracht einen Blick zuzuwerfen. Von hier aus geht es für uns nun über wunderschöne Berglandschaften und Blumenwiesen zu Fuß weiter.

     

Circa anderthalb Stunden dauert die Wanderung. Wenn viel los ist, begegnet man fünf Menschen. Und genau das ist immer mein absolutes Topargument für Naturerlebnisse in dieser Gegend: man hat gefühlt das ganze Land für sich. Und so kann man noch viel mehr Eins werden mit der wunderschönen Natur.

Einen auf einem Baum gekennzeichneten Grenzübergang und viele Blumenwiesen später erreichen wir den Bergsee. Dieser gehört nämlich schon zu Montenegro. Unbedingt Ausweise und ein bisschen Kleingeld mitnehmen, hier muss nämlich der Eintritt für den Nationalpark “Piva” entrichtet werden. Keine Sorge, kostspielig ist hier nichts. Einen Euro muss man pro Person entrichten.

Auch von hier der ungestörte Blick auf den Maglić (2.386 m). Bei diesen Aussichten stört sich niemand daran, dass unser Mittagessen etwas spartanisch ausfällt.

     

     

Mir tut es jetzt schon Leid, dass wir hier nicht übernachten werden, wie es andere, klügere Abenteuerer tun. Der “Trnovačko” See bietet nämlich den perfekten Zwischenstopp, um von hier aus den Maglić zu erklimmen. Next time. Vom höchsten Gipfel des Landes muss einem ein gigantischer Ausblick geboten werden! Für uns heißt es erstmal staunen und genießen, ehe es wieder zurück zum Ausgangspunkt “Prijevor”, und wieder zurück nach Tjentište geht.

Und hier die Main Facts zu diesem Abenteuer kurz zusammen gefasst:

Der Nationalpark Sutjeska befindet sich im Osten von Bosnien, ca. 1,5 Fahrtstunden von Sarajevo entfernt, und erstreckt sich auf einer Fläche von 175 Quadratkilometern. Den Hauptausgangspunkt bildet der Ort Tjentište mit einem Info Center und zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten. Der Eintritt für den Nationalpark beträgt 5 Mark, also umgerechnet 2,5 Euro pro Person. Er grenzt direkt an den montenegrinischen Nationalpark “Piva”.

Bis auf eine, können alle Touren auf eigene Faust gemacht werden. Die Perućica, einer der ältesten Urwälder Europas, sollte aber nur mit einem Guide betreten werden. Der 81 Meter hohe Wasserfall dort, ist sicherlich eines der Highlights. Generell empfiehlt es sich aber dennoch ein GPS Gerät oder ähnliches bei sich zu führen, da es unterwegs oftmals keinen Empfang gibt und der eine oder andere tatsächlich den Weg nicht zurück fand. Die Straßen wurden teilweise jahrelang nicht gewartet und sind ohne ein höher gelegtes Auto schwer befahrbar, daher empfiehlt es sich auf Transportmöglichkeiten des Nationalparks auszuweichen oder einfach jemanden anzusprechen. Weitere Ausflugsziele sind die Berglandschaft Trebova mit den Bergseen Donje und Gornje Bare, sowie dem schwarzen und dem weißen See. Für unter 10 Euro pro Nase kann man auch an diversen Stellen in super einfachen, aber hübschen Almhäuschen übernachten. Übrigens dürft ihr diese Gegend nicht verlassen, ohne eine Raftingtour auf der unwirklich schönen Tara gemacht zu haben. So viel Schönheit an einem Fleck habt ihr selten gesehen!

Mehr Inspiration zu dieser Gegend findet ihr hier.

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