GEDANKENFUTTER

MEHR SELBSTZUFRIEDENHEIT = GLÜCKLICHERES LEBEN. EIN KLEINER WEGWEISER.

Wie ihr es vielleicht schon mitbekommen habt, hatte ich vor genau 4 Wochen meinen letzten Arbeitstag in einem Job, der mich schon viel zu lange nicht mehr erfüllt hat. Ich verabschiedete mich von meinen Kollegen, von denen einige zu echten Freunden geworden waren, löschte meinen Browserverlauf, gab meinen Laptop ab und ging hinaus ins Leben und eine zunächst unbekannte Zukunft. Erstmal um Abstand zu gewinnen und runterzukommen und nicht zuletzt, um heraus zu finden, was ich wirklich mit meinem Leben anfangen möchte. Ich befinde mich seit sechs Wochen also irgendwo zwischen „Reisen und verarbeiten“ und „mich selbst finden“. Und genau in diesem Moment liege ich in einer Hängematte, mitten in der bosnischen Pampa, in unserem Feriendomizil. Einem Ort, wo Hühnerkrähen dein täglicher Wecker ist. Wenn es sich wo anbietet, in sich zu gehen, dann hier!

In diesem Beitrag möchte ich mit euch die Quintessenz dessen teilen, was ich mir zum einen literaturtechnisch in letzter Zeit so reingefahren habe und zum anderen selbst beobachtet bzw. gelernt habe. Egal an welcher Stelle man im Leben steht, und wo man ansetzen möchte – ob Job oder Privatleben – wenn man sich die folgenden Wahrheiten vor Augen führt, erscheint vieles leichter. Zurecht. Denn das ist es. Wir machen es nur ständig kompliziert und halten uns so von unserem eigenen Glück ab.

Sein Selbst vor seinen inneren Richter stellen

Der innere Richter versucht dir weis zu machen, wie Dinge sein sollten und warum du etwas tun oder nicht tun solltest bzw. wie. Er agiert nach strengen Maßstäben, die auf deine Erziehung und alles was dir jemals eingebläut wurde, beruhen, und legt sich regelmäßig mit deinem Selbst an. Du solltest wiederum immer auf dein Selbst hören. Es ist das, was dich wirklich ausmacht. Sich von festgefahrenen Mustern zu trennen, ist alles andere als leicht. Aber wenn man diesen inneren Prozess bewusst beobachtet, und dann doch sein Ding durchzieht, sorgt es für eine Dosis kleines Glück im Leben.

Stärken ausbauen statt Schwächen bekämpfen

Wer sich auf seine Stärken konzentriert, kann seine Schwächen zunächst vernachlässigen.“ So Strategietrainer Wolfgang Mewes. Warum? Wenn du deine Stärken vernachlässigst, kannst du erstens höchstens durchschnittlich werden und zweitens unweigerlich demotiviert, weil du dich ständig mit deinen Schwächen beschäftigst. Also lieber herausfinden, worin du wirklich stark bist und zusehen, diese Eigenschaften noch mehr zu „perfektionieren“ (auch wenn Perfektion utopisch ist).

Sich nicht von Ängsten blockieren lassen

Wenn wir etwas Größeres vorhaben, dann sehen wir meist schon das große Ziel und lassen uns von seinem Anblick einschüchtern. Und geben im Zweifel auf. Lernen, dass diese Ängste ganz natürlich sind, hilft. Also einfach hinnehmen. Genauso wie den Blick verändern: den langen Weg in sinnvolle Einzeletappen aufteilen. So führt A ganz natürlich zu B… bis man das endgültige Z(iel) erreicht. Alles andere sind Spekulationen und Hypothesen die uns nur Kraft und Energie rauben und uns vom Wesentlichen ablenken.

Einfach mal machen

Steht in engem Zusammenhang zu dem vorherigen Punkt. Ich ertappe mich zum Beispiel oft dabei, Dinge zu zerdenken, bevor ich mir überhaupt ein objektives Urteil bilden kann. „Das kann nur ein komischer Laden sein, wenn ich mir so die veraltete Website anschau.“ Und dann bewerbe ich mich im Zweifel nicht, auch wenn die Jobbeschreibung mir total zugesagt hätte. – Um ein banales Beispiel zu nennen. „Weniger denken, einfach machen“ lautet die Devise. Im Tun ergeben sich dann auch meist neue Wege, die wir niemals auf dem Schirm gehabt hätten.

Leben entschleunigen

Meist stehen wir in passivem Verhältnis zur Zeit. Wir sind gefühlt ständig busy und wenn es nicht der Zeitdruck in der Arbeit ist, dann eben der Freizeitstress. Ich fand die Idee ganz schön, die eigene Zeit als Garten zu betrachten. Jeden Tag durchschreitest du deinen persönlichen Garten in dem du definierst, wie schnell du läufst, an welcher Stelle du dich länger aufhältst, wo du dich ausruhst. Dieses Bild verändert deine Perspektive: es ist nicht mehr die Zeit, die dich regiert, sondern du alleine bestimmst deine Zeiteinteilung. Und zwar immer unter dem Grundsatz, dass das Leben heute ist. Wieso also über das Gestern grübeln oder Angst vor dem unbekannten Morgen haben? Hemmt einen nur im glücklich sein…

Die maximale Dosis Glück rausholen

Zunächst sollten wir unsere Erwartung an „Glück“ etwas runterschrauben und eine realistischere Sicht annehmen. Glück ist niemals ein Dauerzustand und kein Mensch erlebt 24/7 Glücksgefühle. Nicht mal mit Einsatz von Drogen wäre dies möglich. Wann fühlen wir uns glücklich? Wenn wir unsere meiste Zeit mit den Dingen füllen, die uns wirklich Spaß machen. Klar, kein Job macht 8 Stunden lang immer gleich viel Spaß und nicht jeder liebt staubsaugen so sehr wie ich, aber das Verhältnis muss stimmen. Und schließlich liegt die Entscheidung, wie wir unsere Zeit im Leben einsetzen, einzig und allein bei uns. Und dass man immer eine Entscheidung entfernt ist von einem möglicherweise glücklicherem Leben, finde ich immer eine beruhigende Aussicht. Wo wir beim Thema Entscheiden wären….

Entscheidungen treffen

Wenn du vor einer Entscheidung stehst, aber dein innerer Richter und dein Selbst ständig streiten und du schier unfähig bist, dich für eine Richtung zu entscheiden, dann solltest du einfach in dich hinein hören. Du hast die Entscheidung im Grunde schon längst getroffen. Du kannst dir helfen, heraus zu finden, welche das ist, in dem du „Ich muss“- Sätze durch „Ich will“- Formulierungen ersetzt und genau beobachtest, wie du dich dabei fühlst. Entscheidungen sollten wir nie als Last sehen, sondern als glücklichen Umstand, die Wahl zu haben. Egal wie du dich dann entscheidest, du solltest es nicht unnötig Hinauszögern (aber natürlich wohl überlegen). Das führt nämlich eher zu unnötigem Frust, als die Angst die falsche Entscheidung zu treffen. Denn hat man sich endlich entschieden, fällt bekanntlich eine große Last von einem ab und man fühlt sich frei und gut, egal ob es das Germanistikstudium in Göttingen ist oder ein neues Leben mit Hans in England. Und was kann im schlimmsten Fall schon passieren?

Ich bin ich, die Anderen sind die Anderen

Ich glaube, der Vergleich mit anderen ist das, was viele Menschen in der heutigen Zeit vom Glücklichsein abhält. Wir folgen Menschen in sozialen Netzwerken, die perfekte Leben zu führen scheinen. Genau, „scheinen“. Ich kann ein perfektes Bild posten, von einem Frühstück in einem Infinitypool auf Bali und dennoch unglücklich und unerfüllt sein in diesem Moment. Oder zeitgleich ein Familienmitglied haben, das im Sterben liegt. Unterm Strich haben wir also absolut keinen Peil wie das Leben dieser Menschen wirklich aussieht, lassen uns aber oft durch (diese) Medien beirren. Wenn ich mir mein eigens Instagram Profil anschaue, könnte ich fast glauben, ich selber führe ein perfektes Leben. Und dann muss ich laut lachen. Deshalb: du bist du und lass die anderen die anderen sein. Neid ist ein sinnloser und oft auch unbegründeter Energiefresser. Erfolgreiche und glückliche Menschen sind niemals missgünstig oder neidisch. Sie sind allesamt Gönner-Typen. Alles andere ist extrem unsexy. Aber man muss auch hier bei sich selbst anfangen. Wenn ich mir selbst nichts gönne, dann kann ich das erst recht keinem anderen. Also, gönn’s dir bitte.

Sich bewusst Zeit für sich nehmen

Klingt schon fast ausgelutscht, ist es aber eine der Schlüsselaufgaben für ein gesundes Verhältnis mit sich selbst. Und das wiederum bildet die Basis für alles andere. In welcher Form ist scheissegal, das kann  jeder für sich selbst entscheiden, aber wer sich nicht eine bestimmte Zeit nur mit sich selbst beschäftigen kann, der kann auch schwer alleine glücklich werden und noch schwerer mit jemand anderem. So meine professionellen Beobachtungen, die untermalt werden durch zahlreiche Studien.

Erwartungen runterschrauben

DAS ist überhaupt das Beste was du machen kannst, um dich vor enttäuschten Gefühlen zu bewahren und gleichzeitig alles andere als einfach. Den Erwartungen sind irgendwie immer automatisch dabei. Man bewirbt sich ja auf eine Stellenanzeige nicht, um nicht genommen zu werden. Genauso wenig geht man in ein gutes Restaurant um mittelmäßige Küche zu genießen. In der Erwartung machen wir uns wie Pipi die Welt wie sie uns gefällt. Aber die Welt ist wie sie ist und gibt nen Dreck auf meine Erwartungen. Ergo: Die Enttäuschung ist vorprogrammiert. Natürlich treffen diese Aussagen nicht auf jede Erwartung zu. Ich darf erwarten, dass meine Verabredung pünktlich kommt oder ähnliches. Ohne diese Erwartungen würde soziales Zusammenleben nicht funktionieren und hier halten sich die Enttäuschungen auch sehr in Grenzen. Hier geht es um Größeres. Es gilt also, sich frei zu machen von den eigenen Erwartungen und offen zu bleiben. Sich bewusst werden, dass sich alles in unserem Inneren abspielt und wir auch hier die Fäden in der Hand haben. Alles ist miteinander verbunden: ausgeglichene Menschen haben automatisch eine geringere Erwartungshaltung und umgekehrt.

Natürlich könnte man an dieser Stelle munter weitermachen oder zu jedem Punkt etliche Seiten schreiben, aber mein Vorhaben war es, einige kleine Denkanstöße zu geben. Ihr seid herzlich aufgefordert, diese Liste in euren Kommentaren ergänzen! Da dieser Text in erster Linie auch an mich selbst ging, freue ich mich über weiteren Input.

 

Literaturempfehlung: “Simplify your life” (Küstenmacher, Siewert), “Café am Rande der Welt” & “Wiedersehen im Café am Rande der Welt” (John Strelecky)

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